Wlodkowski: Wir sind Feinkost-Laden und nicht Diskont-Paradies Europas

Landwirtschaft nicht Verursacher von Lebensmittel-Preissteigerungen

Wien (OTS) - "Die Landwirtschaft ist nicht der Verursacher der Preissteigerungen bei Lebensmitteln, das beweisen die Fakten. Während die Einnahmen auf den Höfen seit 1996 um insgesamt nur 21% gestiegen sind, wurden die wichtigsten Betriebsmittel, wie Diesel und Dünger, um 120% teurer. Die niedrigen Preise für agrarische Rohstoffe, wie Milch oder Getreide, dämpfen seit Jahren die Inflation. So stiegen zwar seit 1996 die Löhne um 126% und Wohnen, Wasser sowie Energie wurden um 119% teurer, die Preise für Molkereiprodukte und Eier beispielsweise stiegen aber nur um 38%, obwohl Österreichs Bauern auf Gentechnik verzichten und weit vor der EU die Käfighaltung abgeschafft haben", erklärte heute Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich.

Konsumenten stehen zu Bauern

"Österreich kann und will bei Lebensmitteln nicht das Diskont-Paradies, sondern der Feinkost-Laden der EU sein. Wir setzen auf höchste und kontrollierte Qualität, auf Regionalität und auf garantierte Herkunft. Österreichs Bauern sind Bio-Weltmeister, verzichten auf Gentechnik-Anbau, nehmen zu mehr als 90% am Umweltprogramm teil und halten die strengsten Tierschutznormen Europas ein. Und wie eine kürzlich veröffentliche Studie von Sophie Karmasin zeigt, bestätigen auch die Konsumenten diese Linie, erwarten sie doch nachweislich von Lebensmitteln neben garantierter Herkunft und Regionalität ein 'gutes Preis-Leistungs-Verhältnis' und nicht den billigsten Preis", so Wlodkowski.

Bauern haben Hausaufgaben gemacht

"Unsere Bäuerinnen und Bauern sind tüchtige Unternehmer und haben ihre Hausaufgaben gemacht. Sie gehen seit mehr als zwei Jahrzehnten einen konsequenten Weg der Effizienzsteigerung und Kostensenkung. So hat ein durchschnittlicher Milchbauer in Österreich 1993 noch 25.500 kg Milch im Jahr geliefert, heute sind es rund 90.000 kg. Diese Produktivitätssteigerung kommt den Österreicherinnen und Österreichern über gedämpfte Agrarpreise zugute. Daher sinkt auch der Anteil von Essen und Trinken an den gesamten Haushaltsausgaben der Konsumenten Jahr für Jahr und liegt nur noch bei 12%", betonte Wlodkowski.

Geringer Anteil am Endpreis für Bauern

"Der Anteil, den die Bauern vom Endpreis eines Lebensmittel erhalten, ist seit Jahren niedrig. Er liegt, je nach Verarbeitungsintensität, zwischen rund 3% bei Brot und Gebäck, 15 bis 20% bei Fleisch und 32% bei Milch. Wenn man diesen Zahlen das Faktum gegenüber stellt, dass die Konsumenten heute nur noch 12% ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben, so sieht man, wie wenig davon beim Bauern ankommt", stellte der LK-Präsident fest. "Es ist noch immer nicht klar, was die AK mit den punktuellen Vergleichen billigster Lebensmittel bezweckt. Sollen Unzufriedenheit oder Neid geschürt werden oder will sie nur davon ablenken, dass in anderen Bereichen, wie Energie, öffentlicher Verkehr oder Infrastrukturkosten, deutlich höhere Preissteigerungen die Konsumenten belasten?", so Wlodkowski.
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