Brunner: Luftverschmutzung endlich ernst nehmen

Grüne: US-Studie bestätigt, dass Feinstaub und Ozon jährlich über zwei Millionen Menschen tötet

Wien (OTS) - Eine aktuelle US-amerikanische Studie zu Gesundheitsfolgen der Luftverschmutzung bestätigt einmal mehr, wie dramatisch die Situation ist: jährlich sterben pro Jahr weltweit mehr als zwei Millionen Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung. "Diese Zahlen sind wirklich alarmierend. Alleine durch die massive Feinstaubbelastung sterben pro Jahr mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle. Die Politik muss dieses Thema viel ernsthafter angehen als bisher", sagt Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen. Laut der aktuellen Studie der Universität von North Carolina ist alleine die Feinstaubbelastung für etwa 2,1 Millionen Todesfälle verantwortlich. Zum Vergleich: die Zahl der jährlichen Verkehrstoten liegt weltweit laut WHO bei 1,24 Millionen.

"Auch wenn die Lage in Süd- und Ostasien besonders dramatisch ist, dürfen wir das nicht als Problem von Entwicklungs- und Schwellenländern abtun. Auch in Europa und vor allem in Österreich ist die Lage dramatisch. In Österreich sind über vier Millionen Menschen von erhöhter Feinstaubbelastung betroffen. In besonders belasteten Gebieten, wie in Graz, haben wir ebenfalls schon mehr Feinstaub- als Verkehrstote. Die Arztpraxen sind zur Feinstaubzeit voll mit asthmakranken Kindern", sagt Brunner.

Laut aktuellen Berichten des Umweltministeriums, die im Umweltausschuss des Parlaments am 20. Juni behandelt wurden, sind die Feinstaub- und Ozonbelastungen in Österreich alarmierend. Die Feinstaubgrenzwerte wurden 2011 an 57 Prozent aller Messstellen überschritten, in Graz sogar an 73 Tagen.
Aufgrund der massiven Verfehlungen bei den Feinstaubwerten leitete die EU-Kommission im April 2013 sogar ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich ein. "Aufgrund der verantwortungslosen Umweltpolitik - angefangen beim vollkommen untätigen Umweltminister Berlakovich bis zum Grazer Bürgermeister Nagl, der sich weigerte eine Umweltzone in Graz einzurichten - werden die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler doppelt bezahlen. Einerseits durch schwere Gesundheitsfolgen, andererseits durch mögliche Strafzahlungen in Millionenhöhe. Aber was erwartet man sich schon von einem so genannten Umweltminister, der sich lieber in das populistische Spiel seiner Partei gegen die Wiener Parkraumbewirtschaftung einreiht, anstatt seine Verantwortung wahrzunehmen und gegen die Verursacher der Feinstaubbelastung unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen", ärgert sich Brunner.

Fassungslos ist Brunner auch über das Verhalten von Berlakovich auf EU-Ebene. In den Berichten des Umweltministeriums wird der grenzüberschreitende Schadstofftransport als ein großes Problem für die Luftsituation in Österreich dargestellt. Strengere EU-weite Grenzwerte seien daher das Gebot der Stunde. "Und was höre ich aus Brüssel über die Position unseres Ministers bei den Vorgesprächen mit der Kommission? Berlakovich hätte sich gegen strengere Emissionsgrenzwerte ausgesprochen, anstatt dafür zu kämpfen. Grund dafür ist die Unfähigkeit, die Grenzwerte in Österreich einzuhalten -bei den Stickstoffoxid-Emissionen ist Österreich nämlich Vorletzter in der EU", erklärt Brunner. "Ein Österreichischer Umweltminister, der in der EU gegen strengere Luftverschmutzungsregeln kämpft, ist nicht nur unverantwortlich, sondern einfach nur peinlich", meint Brunner.

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