"Kulturmontag" am 15. Juli in ORF 2: "Jedermann", "Zauberflöte" und "Wagnerdämmerung"

Außerdem: "Männer, die auf Ziegen starren" im "art.film"

Wien (OTS) - Clarissa Stadler führt am Montag, dem 15. Juli 2013, ab 22.30 Uhr in ORF 2 durch einen "Kulturmontag", der sich diesmal u. a. mit dem neuen "Jedermann" in Salzburg, der "Zauberflöte" in Bregenz und der Wiener "Wagnerdämmerung" von Paulus Manker, der live im Studio zu Gast ist, beschäftigt. Ebenfalls in diesem "Kulturmontag" zu sehen - Beate Thalbergs 50-minütige Doku "Meine Zeit wird kommen -Gustav Mahler in den Erinnerungen von Natalie Bauer-Lechner". Im Anschluss an den "Kulturmontag" steht die ORF-Premiere von "Männer, die auf Ziegen starren mit George Clooney und Jeff Bridges auf dem "art.film"-Programm.

Neu-Beginn: Der "Jedermann", wie man ihn noch nie gesehen hat und das neue Leading Couple im Interview

Am "Jedermann" rührt man nicht - jedenfalls nicht leichtfertig. Das Mysterienspiel vom Sterben des reichen Mannes ist eine Theaterikone, ein Kultevent. Seit 1920 wird es fast ununterbrochen allsommerlich bei den Salzburger Festspielen gezeigt; nur drei Neuinszenierungen gab es in den vergangenen 30 Jahren. Christian Stückl gibt die Inszenierung aus der Hand und es wird alles radikal neu auf dem Domplatz. Der Brite Julian Crouch, auch hierzulande bekannt durch seine "Shockheaded Peter"-Inszenierung, und der Amerikaner Brian Mertes wollen mit ihrer Neudeutung zurück an der Start. Sie orientieren sich an der "Everyman"-Vorlage des Hugo-von-Hofmannsthal-Textes: Alles wird eitel und nichtig angesichts des nahenden Todes. Da wirkt der Teufel fast kleinlaut, der Tod ist androgyn und die Buhlschaft kommt auf dem Fahrrad daher wie von einer Landpartie. Neo-"Jedermann" Cornelius Obonya will sich denn auch keineswegs an seinem Großvater Attila Hörbiger - Titelheld von den 1930er bis in die 1950er Jahre - orientieren. Und die neue Buhlschaft Brigitte Hobmeier erzählte, dass sie sich während der Proben auf eine spannende Reise einlässt. Man darf gespannt sein, wohin diese führt. Der "Kulturmontag" bringt erste Probenausschnitte und stellt das neue Leading Couple vor.

Glaubens-Sache: Simon Schwarz - Der Schauspielstar als Leibhaftiger

Simon Schwarz war die Neuentdeckung in "Die Siebtelbauern" von "Oscar"-Preisträger Stefan Ruzowitzky. 15 Jahre später ist er im heimischen Film präsent wie kaum ein anderer. Im Sommer 2013 gibt er als Teufel im "Jedermann" sein Debüt bei den Salzburger Festspielen. Eine Rolle, die zu spielen ihm gar nicht schwer fällt, denn "den Teufel gibt es ja - wenn auch nicht als Galle speienden Beelzebub". Im Interview mit "Kulturmontag" spricht Schwarz über Angst, Glaube, Liebe, Hoffnung und den Blick auf sich selbst.

Rekord-Versuch: "Die Zauberflöte" in Bregenz - David Pountneys letzte See-Inszenierung

Mit Mozarts "Zauberflöte" scheint David Pountney im vorletzten Jahr seiner Intendanz auf einen vorprogrammierten Publikumserfolg zu setzen. Und so bevölkern nun u. a. drei gehörnte Riesen-Drachen-Hunde - sie stehen für Natur, Vernunft und Weisheit - die Seebühne. Ein Fantasy-Spektakel pur, inklusive überlebensgroßer Stabpuppen des britischen Blind Summit Theatre. Wenn das Wetter mitspielt, könnte der Rekord von Verdis "Aida" mit knapp 350.000 Besucherinnen und Besuchern gebrochen werden: Knapp 200.000 Karten für die "Zauberflöte" sind bereits verkauft, schon überlegt man Zusatzplätze und weitere Vorstellungen. Premiere ist am 17. Juli, davor steht die erste Bewährungsprobe an: 5.000 Kinder und Jugendliche werden im Rahmen der Cross-Culture-Night als erste das Spektakel sehen. Der "Kulturmontag" ist dabei und spricht mit Künstlerinnen und Künstlern und dem Leading Team.

Gesamt-Kunstwerk: Paulus Mankers "Wagnerdämmerung" - Wagner-Abgründe im Kellerlabyrinth des Wiener k. u. k. Post- und Telegraphenamtes

Paulus Manker schickt in seiner neuen Produktion "Wagnerdämmerung" das Publikum auf eine "Reise in Wagners Kopf - ohne Visum" - in eine von Fackeln und Scheinwerfern erleuchtete "Geisterbahn" in die Keller des k. u. k. Post- und Telegraphenamtes am Wiener Börseplatz. In 27 klammen Kammern und lärmenden Maschinenräumen, engen Nischen, langen Gängen sowie tiefen Gruben wird Musik und Leben, Lieben und Wüten, Werk und Wahn Wagners dramatisch und, wie bei Manker nicht anders zu erwarten, drastisch gezeigt. 200.000 Euro Produktionskosten hat Manker - mangels Subvention - selbst finanziert. Darauf vertrauend, "dass die Leute kommen werden". Sonst könnte es ihm vielleicht wie Wagner ergehen, scherzt er. Dieser musste bekanntlich wegen seiner hohen Schulden 1864 in Frauenkleidern aus Wien flüchten. Der "Kulturmontag" war bei den Proben dabei; Paulus Manker ist live zu Gast im Studio.

"Meine Zeit wird kommen - Gustav Mahler in den Erinnerungen von Natalie Bauer-Lechner"

Als Studierende am Wiener Konservatorium lernten einander der spätere österreichische Komponist, Dirigent und langjährige Hofopern-Direktor Gustav Mahler und die Bratschistin Natalie Bauer-Lechner kennen. Der erst 15-jährige Einwanderer aus der böhmisch-mährischen Provinz hatte auf die 17-Jährige aus großbürgerlichem Verlegerhaus als Musiker einen "unauslöschlichen Eindruck" gemacht. Wenig später wohl auch als Mann, denn obwohl Bauer-Lechner innerhalb der 27-jährigen Verbindung zu Mahler zehn Jahre lang mit einem anderen Mann verheiratet war, riss die tiefe geistige Beziehung nie ab. Die innige Künstler-Liebe aber blieb letztlich unerfüllt.

Drei Jahre hat Regisseurin Beate Thalberg an diesem Film gearbeitet. Es gelang ihr, die Original-Tagebücher Bauer-Lechners einzusehen, die sich in Paris in Privatbesitz befinden und seit 60 Jahren niemandem vollständig zugänglich waren. Ein Auszug aus den Aufzeichnungen wurde 1923 "unter Weglassung alles allzu Persönlichen" veröffentlicht. Seitdem zitiert die Wissenschaft daraus wichtige Äußerungen Mahlers zur Entstehung seiner Werke. Natalie Bauer-Lechner aber geriet zur Fußnote. Auch "dank" der Legendenbildung Alma Mahlers, die nach dem Tod ihres Mannes jede Vorgängerin marginalisierte und auch die Veröffentlichung der Tagebücher Natalies zu verhindern wusste.

Der "Kulturmontag" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

"art.film": "Männer, die auf Ziegen starren", 23.30 Uhr

ORF-Premiere der schwarzhumorigen, schrägen Kriegssatire mit George Clooney, Ewan McGregor und Jeff Bridges: Der erfolglose Reporter Bob Wilton (Ewan McGregor) stößt als Kriegsberichterstatter in Kuwait auf die Story seines Lebens. Er lernt Lyn Cassady (George Clooney) kennen, der behauptet, als parapsychologischer Spion auf brisanter Mission zu sein. In den 1980er Jahren gehörte er der dubiosen Militäreinheit 'New Earth Army' an. Deren Gründer Bill Django (Jeff Bridges) trainierte die skurrile Truppe, durch Wände zu gehen, Gedanken zu lesen und durch Anstarren zu töten. Jetzt ist er spurlos verschwunden. Cassady soll ihn wiederfinden. Bob schließt sich an und erlebt an Cassadys Seite das irrwitzigste Abenteuer seines Lebens. Regie führte Grant Heslov.

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