BIO AUSTRIA begrüßt österreichische Position zur EU-Saatgut Verordnung

Zucht als bäuerliches Element muss erhalten bleiben.

Wien (OTS) - Am 1. Juli wurde im EU-Unterausschuss des Nationalrats ein Vier-Parteien-Antrag über die Position Österreichs für die Ratsverhandlungen zu einer EU-Verordnung betreffend Saat- und Pflanzgut einstimmig angenommen. Aus diesem Anlass lud Landwirtschaftsminister Berlakovich am Donnerstag dem 11.Juli verschiedene nationale Interessensgruppen von Saatgutwirtschaft, NGOs und Landwirtschaft im Rahmen einer Saatgut-Enquete zum Austausch über den Beschluss.

BIO AUSTRIA begrüßt den Nationalratsbeschluss, der die Abschaffung der verpflichtenden Zulassung als Voraussetzung für die Vermarktung von Saatgut fordert und bedauert, dass diese Forderung im Rahmen der Enquete von der Saatgutindustrie nicht mitgetragen wurde. Die vorgeschlagene Verordnung würde eine enorme Hürde für kleinere Marktteilnehmer darstellen und für einige das gänzliche Aus bedeuten. Eine freiwillige Zulassung von Sorten kann die Qualität des Saatgutes ebenso sichern. BIO AUSTRIA Obmann Rudi Vierbauch: "Das Züchten und Vermehren von Saatgut ist ein essentieller bereich bäuerlicher Arbeit mit sehr langer Tradition.

Nur ein System der freiwilligen Zulassung sichert den Bio-Betrieben die Möglichkeit zu züchten und mit ihrem Saatgut zu handeln. Diese zutiefst bäuerlichen Tätigkeiten dürfen nicht durch finanzielle und administrative Belastungen verhindert werden." Bereits heute beherrschen weltweit einige wenige große Konzerne mehr als 75 Prozent des Saatgutmarktes. Sie allein entscheiden, welches Saatgut zu welchen Preisen auf den Markt kommt und somit, welche Nahrungsmittel produziert werden. Die Agrarindustrie setzt auf High-Input-Sorten, Bio-Betriebe sind aber auf Sorten angewiesen, die auch ohne Mineraldünger- und Pestizideinsatz gute Erträge liefern.

Vierbauch begrüßt die Position Österreichs für eine Verordnung einzutreten, welche die Agro-Biodiversität fördert und damit Ernährungssicherheit nachhaltig gewährleistet. "Den Biobäuerinnen und Biobauern sowie kleinen Saatgut- und Zuchtunternehmen muss der Verkauf und Tausch ihres Saatgutes ohne Hürden möglich sein, eine umfassende Verfügbarkeit von Bio-Saatgut und ein breites Spektrum von Sorten am Markt müssen gesichert werden", fordert Vierbauch.

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