AK zu Gaspreisen: Trotz Preisverfall im Großhandel bleiben Preise für Haushalte unverändert hoch

Neuer AK Energiepreismonitor: Gas für private Haushalte meist ein Drittel höher als 2008

Wien (OTS) - Seit März ist ein starker Preisverfall bei den Gas-Großhandelspreisen zu verzeichnen - die Einkaufspreise für die Lieferanten sind seitdem um 18 Prozent gesunken. Trotzdem stagnieren die Haushaltspreise auf extrem hohem Niveau. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der AK. AK Energieexperte Dominik Pezenka:
"Jetzt passiert beim Gas das gleiche Spiel wie beim Strom: Die Großhandelspreise sinken, die KonsumentInnen profitieren davon aber nicht. Im Gegenteil: seit die AK das erste Energiepreismonitoring 2008 durchgeführt hat, hat rund die Hälfte der Anbieter ihre Preise um mindestens 30 Prozent erhöht." Bei Strom das gleiche Bild: Allein seit Jahresbeginn sind die Stromgroßhandelspreise um 10 Prozent gefallen. Aber auch hier geben die Versorger ihre Preisvorteile nicht weiter. Noch dramatischer ist das Bild im 5-Jahresvergleich: Die Großhandelspreise bei Strom sind im Keller, aber die meisten Versorger haben ihre Haushaltspreise deutlich angehoben. Pezenka:
"Die Beweislastumkehr muss jetzt endlich her."

Seit Juli 2008 beobachtet die AK die Großhandelspreise für Strom und Gas und vergleicht sie mit den Haushalts-Energiepreisen von 14 Strom-Anbietern und 12 Gas-Anbietern in Österreich. Der 5-Jahresvergleich ist alarmierend; Die Gas-Großhandelspreise liegen heute rund 10 Prozent unter jenen im Juli 2008, doch alle beobachteten Gaslieferanten verrechnen ihren (Haushalts-)Kunden höhere Preise als noch vor 5 Jahren. Die Hälfte der Versorger hat die Preise bei den Haushalten innerhalb von fünf Jahren sogar um über 30 Prozent, im Extremfall bis zu 47 Prozent angehoben.

Ähnliches Bild bei Strom: Der Strom-Großhandelspreis ist seit Juli 2008 um ein Drittel gesunken, doch die Preise für die meisten Haushalte sind gestiegen. Von den vierzehn beobachteten Stromanbietern haben heute elf höhere Preise als vor 5 Jahren. Das Ergebnis des AK-Energiepreismonitorings ist für Pezenka ernüchternd:
"Obwohl sowohl der Strom- als auch der Gas-Großhandelspreis heute deutlich niedriger sind, als zu Beginn des Beobachtungszeitraums im Jahr 2008, zahlen die Haushalte heute um einiges mehr."

Pezenka fordert Instrumente zur Kontrolle der Preispolitik der Energieunternehmen: "Mit der Einführung der Beweislastumkehr müssten die Unternehmen beweisen, dass sie marktkonforme Preise verlangen. Es kann nicht sein, dass Preisanstiege unmittelbar auf die Haushalte überwälzt werden, während Preissenkungen niemals bei den Menschen ankommen!"

AK-Tipps für Haushalte:

+ Vergleichen Sie die Preise mit dem Strom- und Gaspreisrechner. Ein Anbieterwechsel ist einfach und hilft Kosten zu sparen. Achten Sie auf befristete Rabatte und Bindungsfristen.

+ Haushalte, die GIS-befreit sind, haben Anspruch auf eine Deckelung der Ökostrom-Förderkosten (max. 20 Euro pro Jahr). Anträge sind beim Gebühren Info Service (GIS) zu stellen.

Service: AK-Energiepreis-Monitor und Tarifrechner unter www.arbeiterkammer.at.

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Katharina Nagele
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