- 10.07.2013, 11:52:13
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Mitterlehner zu Wirtschaftsbericht 2013: Leistungskraft der Unternehmen stärken, Wachstum und Beschäftigung sichern
Wirtschaftsminister will Gründerwelle auslösen, Exporte in neue Märkte forcieren und F&E-Investitionen verstärken
Utl.: Wirtschaftsminister will Gründerwelle auslösen, Exporte in
neue Märkte forcieren und F&E-Investitionen verstärken =
Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner
präsentierte am Mittwoch gemeinsam mit Finanzministerin Maria Fekter,
Infrastrukturministerin Doris Bures und Sozialminister Rudolf
Hundstorfer den Wirtschaftsbericht Österreich 2013. "Dank starker
Unternehmen und guter Rahmenbedingungen liegen wir beim Wachstum
heuer schon das zwölfte Jahr in Folge besser als die Eurozone und
haben uns eine Rekordbeschäftigung erarbeitet", sagte Mitterlehner in
der Aula der Wissenschaften. "Aufgrund der positiven Auftragslage der
Betriebe für den Herbst und des wirtschaftlichen Aufholbedarfs in
ganz Europa können wir auch für die Zukunft optimistisch sein. Dabei
vertraue ich auf die Leistungskraft unserer Betriebe und ihrer
Beschäftigten. Um sie zu unterstützen, setzen wir jetzt auf ein
richtig dosiertes und weitgehend budgetneutrales Konjunkturpaket, das
nicht nur der Bauwirtschaft zugutekommt, sondern durch mehr
Investitionen in Kinderbetreuungseinrichtungen auch die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf verbessert", so Mitterlehner.
Gleichzeitig betonte Mitterlehner, dass Österreich seine hohe
Wettbewerbsfähigkeit aufgrund der steigenden weltweiten Konkurrenz
weiter erhöhen müsse, wobei die dafür notwendigen Reformen möglichst
breit von der Gesellschaft mitgetragen werden müssten.
"Reformbereitschaft fängt beim Einzelnen an und heißt auch, dass
liebgewonnene Dinge überdacht werden müssen", sagte Mitterlehner.
"Aufgrund der hartnäckigen Wachstumsschwäche Europas und der
Konkurrenz durch andere Weltregionen müssen wir uns auf mehreren
Ebenen neu positionieren. Daher wollen wir vor allem den
Unternehmergeist fördern, die Internationalisierung verstärken,
Forschung und Innovation ankurbeln und eine Re-Industrialisierung
einleiten", so Mitterlehner zu den Maßnahmen des
Wirtschaftsministeriums. Als wichtige Konjunkturstütze werde zudem
der Tourismus auf allen Ebenen unterstützt.
Unternehmensfreundliches Umfeld sichern, Gründerwelle auslösen
Mit Maßnahmen wie der Senkung des Stammkapitals durch die GmbH-Reform
und der mit insgesamt 110 Millionen Euro dotierten
Jungunternehmeroffensive will Mitterlehner den Unternehmergeist im
Land stärken und die Versorgung mit Risikokapital verbessern.
"Aufgrund der steigenden Eigenkapitalanforderungen der Banken und des
unterentwickelten Risikokapitalmarkts haben es Jungunternehmer
derzeit besonders schwer, an langfristige Finanzierungen zu gelangen.
Daher wollen wir gerade für Gründer ein starker Partner sein, um mehr
Dynamik in die Wirtschaft zu bringen. Wir brauchen eine neue
Gründerwelle", sagt Mitterlehner. Als standortschädlich sieht
Mitterlehner hingegen den ständigen Ruf nach neuen Steuern und noch
mehr Umverteilung. "Wir müssen zu Arbeit und Leistung ermutigen
anstatt sie zu bestrafen", so Mitterlehner.
Internationalisierung vorantreiben, Exporte in neue Märkte
verstärken
Entscheidender Wachstumsträger für Österreich ist der Export, der
heuer laut OECD-Prognose mit 2,1 Prozent drei Mal so stark steigen
soll wie in der Eurozone. "Wir sind im dritten Jahr in Folge auf
Rekordkurs, weil wir stärker in jene Weltregionen exportieren, die am
stärksten wachsen. Diesen positiven Trend müssen wir weiter
beschleunigen", so Mitterlehner zur erfolgreichen
Diversifikationsstrategie. Gingen 2010 nur 17,9 Prozent der Waren in
Länder außerhalb Europas, waren es im Vorjahr schon 19,8 Prozent. Ein
Beispiel für die erfolgreiche Expansion in Drittstaaten ist das
Unternehmen Saubermacher, das dank der
Internationalisierungsoffensive in den Vereinigten Arabischen
Emiraten Fuß gefasst hat. Um den Export in Zukunftsmärkte zu
unterstützen, stellt das Wirtschaftsministerium 31 Millionen Euro für
das Förderprogramm "go international" bereit. Damit soll auch die
Zahl der Exporteure von derzeit 44.000 um weitere 4.000 wachsen.
Mit Forschung und Innovation die Zukunft gewinnen
Um die Erschließung neuer Märkte mit neuen Produkten zu forcieren,
werden auch Forschungsinvestitionen stärker denn je unterstützt. 2013
sollen die Forschungsausgaben auf den neuen Rekordwert von 8,96
Milliarden Euro steigen. "Forschung macht Unternehmen krisenfester
und führt zu mehr Arbeitsplätzen. Je mehr Unternehmen forschen, desto
mehr Arbeitsplätze schaffen sie. Das belegen Studien des Wifo und
zeigt beispielsweise das Wachstum der Firma Bernecker & Rainer, die
seit der Gründung vor etwa 30 Jahren mit sehr hohen
Forschungsausgaben, die auch in der Krise 2008/2009 nicht reduziert
wurden, auf 2.400 Mitarbeiter gewachsen ist", so Mitterlehner. Immer
wichtiger werde dabei die rasche Umsetzung von F&E-Ergebnissen in
marktfähige Produkte, wie es bei den von der EU gelobten
Best-Practice-Modellen COMET und Christian Doppler Labors passiert.
Dort betreiben Hochschulen und Forschungsinstitute gemeinsam mit
Unternehmen international renommierte Spitzenforschung.
Industrie stärken, Arbeitsplätze sichern
Als weiteren Schwerpunkt nannte Mitterlehner die
Re-Industrialisierung. "Wir liegen mit unserem Industrieanteil
deutlich über dem EU-Schnitt von 15,3 Prozent, haben aber trotzdem
noch viel Potenzial", so Mitterlehner. "Die Industrie stellt 70
Prozent der F&E-Ausgaben im Unternehmenssektor und ist damit nicht
nur Treiber des technischen Fortschritts, sondern auch ein wichtiger
Beschäftigungsmotor. Daher müssen wir durch gute Rahmenbedingungen
verhindern, dass Industriebetriebe aus Europa abwandern", betont
Mitterlehner. Dafür brauche es zum Beispiel flexible Arbeitszeiten,
eine Energie- und Klimapolitik mit Augenmaß sowie starke Anreize für
Forschung und Entwicklung.
Über den Wirtschaftsbericht Österreich 2013
Der Wirtschaftsbericht Österreich 2013 wurde unter Federführung des
Wirtschaftsministeriums verfasst und steht auf dessen Homepage
www.bmwfj.gv.at zum Download zur Verfügung. Wesentliche Beiträge und
Informationen kommen insbesondere von Wirtschafts- und
Finanzministerium und den weiteren Ressorts der Bundesregierung sowie
von der EU-Kommission, OECD, WIFO, IHS und der
Bundeswettbewerbsbehörde. Darüber hinaus werden in einem gesonderten
Kapitel Analysen von renommierten heimischen Ökonomen aus der
Wissenschaft sowie der wichtigsten Banken dargestellt. Auch
EU-Kommissar Olli Rehn und OECD-Generalsekretär Angel Gurria haben
Gastbeiträge verfasst.
Zusätzlich publiziert das Wirtschaftsministerium mit dem Bericht eine
englischsprachige Fachbroschüre, die sich mit "Visions for Economic
Policy Coordination in Europe" befasst. Zu Wort kommen darin
ökonomische Vordenker und EU-Experten wie Philipp Blond, Fritz
Breuss, Daniel Gros, Christian Keuschnigg, Michal Eilfort und Verena
Mertins.
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