Neues Volksblatt: "Energievergeudung" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 10. Juli 2013

Linz (OTS) - Entgegen vielen Unkenrufen muss in Österreich vieles richtig laufen, schließlich steht das Land im internationalen Vergleich gar nicht so schlecht da. Angesichts der oft manifestierten Bestemmhaltung gegen Neues ist das eigentlich erstaunlich. Schade ist nur, dass positiven Ansätzen viel von der Kraft genommen wird, bis doch etwas realisiert ist.
Beispiel Linzer Medizinfakultät: man stelle sich vor, die Kohorten der Bedenkenträger würden ihren Grips nicht ins Verhindern, sondern ins Schaffen einer neuen tertiären Bildungseinrichtung investieren. Wie viel weiter könnte dieses Projekt schon sein. Eigentlich ist es eine Schande, mit wie viel Rechtfertigungsbedarf das wirtschaftliche stärkste Bundesland dieser Republik um eine Medizin-Fakultät kämpfen muss.
Beispiel Arbeitsplätze: ÖVP-Chef Michael Spindelegger bekam gestern eindrucksvoll bewiesen, dass die Schaffung neuer Jobs bis zum Jahr 2025 offenbar etwas anrüchiges ist. Ob SPÖ, ÖGB oder AK - also die sogenannten Arbeitnehmervertreter -, allesamt suchten sie mit Argusaugen nach den Haaren in der Suppe. Und das unter krampfhaft bemühtem Missverstehen dessen, was Spindelegger gesagt hatte.
Hier wie da leistet sich ein kleines Land den Luxus, dass relevante Kräfte lieber mit voller Wucht auf die Bremse steigen, als dass im Rahmen des Möglichen aufs Gas gestiegen wird. Was für eine Energievergeudung.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001