"Hunde-Malaria" und "Zeckenfieber" im Vormarsch

Der Österreichische Tierschutzverein empfiehlt, in der Zeckensaison Hunde regelmäßig auf Zecken zu untersuchen

Wien (OTS) - Die Wetterkapriolen der letzten Wochen haben Mensch und Tier arg zugesetzt. Abgesehen davon, dass die großen Temperaturschwankungen den Kreislauf massiv belasten, werden Zecken insbesondere für Hunde zur Plage. "In den letzten Wochen kam es zu einem massiven Anstieg von Zeckenbissen bei Hunden und damit einhergehend zu teils lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen", berichtet Susanne Hemetsberger, Geschäftsführerin des Österreichischen Tierschutzvereins.

Ungewöhnlich dabei ist der Umstand, dass Hunde vermehrt an der sog. "Ehrlichiose" und "Babesiose" erkranken. Die von Zecken übertragenen Krankheiten -umgangssprachlich auch "Zeckenfieber" bzw. "Hundemalaria" genannt - waren bisher weniger bei uns, sondern vor allem im Mittelmeerraum verbreitet. "Hundebesitzer müssen sich darauf einstellen, dass diese Krankheitsarten in Zukunft leider auch bei uns vermehrt auftreten werden", ist sich Hemetsberger sicher.

Zeckenfieber

Die "Ehrlichiose" wird durch Bakterien ausgelöst, die mit dem Zeckenstich übertragen werden. Die Zecke muss dabei mindestens 24 Stunden am Hund saugen, damit es zu einer Infektion kommen kann. Der Hund kommt ca. 3 Wochen nach dem Zeckenstich in die akute Krankheitsphase. Die Symptome sind dabei u.a. ständig wiederkehrendes Fieber, Erbrechen, Atemnot und Schwellung der Lymphknoten. Auch Nervenstörungen wie Muskelzucken sind nicht selten. Der Hund wirkt apathisch. In Phase 2 ist das Tier dann symptomfrei; hat sich allerdings der Erreger im Körper des Hundes eingenistet, kommt es zur chronischen Ehrlichiose. Schwere Verläufe führen zu Hirnschäden, Muskelschwund oder Blindheit und schließlich zum Tod des Hundes.

Hundemalaria

Die Babesiose ähnelt in ihrem Verlauf der Malaria und wird von Protozoen ausgelöst, die mit dem Zeckenstich übertragen werden. 12 Stunden muss die Zecke saugen, um Hund oder Mensch zu infizieren. Zwischen dem 4. und 21. Tag nach dem Stich setzt hohes schubartiges Fieber ein. Von der Krankheit befallene Tiere sind matt, appetitlos und verlieren an Gewicht. In der akuten Phase kann die Hundemalaria auch zum Tod des Tieres führen. Im chronischen Stadium der Krankheit treten u.a. Verdauungs- und Kreislaufstörungen auf. Unbehandelt endet eine Babesiose meist tödlich.

Der Österreichische Tierschutzverein rät Hundebesitzern, ihre Vierbeiner täglich nach Zecken zu untersuchen. Mit einem Bluttest kann der Tierarzt feststellen, ob Zecken Krankheitserreger übertragen haben. Die Behandlung der Ehrlichiose erfolgt mittels Antibiotika, eine vorbeugende Impfung ist derzeit nicht möglich.

Für einige Formen der Hundemalaria ist ein Impfstoff zugelassen, wobei jedoch eine generelle Impfung nicht empfohlen wird. Da die Hundemalaria in diesen Breiten bis dato eher selten auftrat, sind nur wenige Medikamente gegen Babesiose zugelassen.

Rückfragen & Kontakt:

Susanne Hemetsberger
Geschäftsführerin
Österreichischer Tierschutzverein
Tel.: 0662/843255-14
hemetsberger@tierschutzverein.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TSV0001