Regner zu Frauen in Aufsichtsräten: Keine Ausnahmen für börsennotierte mittelständische Betriebe

Quotenregelung muss verbindlich sein, Selbstverpflichtungen der Unternehmen bringen keine Fortschritte

Wien (OTS/SK) - Heute, Dienstag, wurde im Rechtsausschuss der Bericht zu einer ausgewogenen Vertretung von Männern und Frauen in Aufsichtsräten präsentiert. Die SPÖ-EU-Abgeordnete und stv. Vorsitzende des Rechtsausschusses, Evelyn Regner, zeichnet gemeinsam mit der EVP-Abgeordneten Rodi Kratsa-Tsagaropoulou, Mitglied im Ausschuss für Rechte der Frauen, für den Bericht verantwortlich. "Mir ist es wichtig, die von der Kommission vorgelegte Richtlinie praktikabel zu gestalten und möglichst wenige Ausnahmen zuzulassen. Die im Kommissionsvorschlag vorgesehene Sonderstellung von ganzen Branchen ist nicht akzeptabel und wird daher keine Berücksichtigung finden, denn Aufsichtsratsmitglieder nehmen in der Regel nicht unmittelbar sektorbezogene Managementaufgaben wahr", sagt Regner und verweist auf italienische Fußballvereine, die die Zielvorgabe für weibliche Führungskräfte in den Leitungsorganen erfüllen. ****

Laut Regners Bericht soll auch die Ausnahme für börsennotierte Klein-und Mittelunternehmen fallen. Dabei handelt es sich entsprechend der Richtlinie um Unternehmen, die bis zu 250 Arbeitnehmer, maximal 50 Millionen Euro Jahresumsatz und eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen haben. "Unternehmen mit 250 Beschäftigten gehören in vielen Mitgliedstaaten zu den ganz Großen. In Österreich wären etwa nur 15 Unternehmen betroffen. Diese börsennotierten Unternehmen haben Vorbildwirkung in ihrer Branche und sollen daher im Rahmen ihrer Verantwortung gegenüber der Wirtschaft und der Gesellschaft die Zielvorgaben von 40 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten erfüllen", erläutert die Europaparlamentarierin.

"Um bei der Gleichstellung der Geschlechter endlich Fortschritte zu erzielen, ist es absolut notwendig, die Erreichung der Zielvorgaben verbindlich zu machen, denn die Selbstverpflichtung der Unternehmen hat bisher nichts gebracht. In vielen Ländern hat sich erst etwas geändert, als gesetzliche Maßnahmen getroffen wurden", so Regner. Erfreulich sei auch, dass sich der Ausschuss für Beschäftigung in seiner heute angenommenen Stellungnahme dafür ausgesprochen habe, ähnlich dem italienischen Modell für staatseigene und börsennotierte Unternehmen, auch Vorstände und geschäftsführende Direktoren bei der Quotenregelung einzubeziehen. "Wir sind auf einem guten Weg, einiges bei der Gleichstellung der Geschlechter zu bewegen. Es bleibt zu hoffen, dass die litauische Ratspräsidentschaft die blockierende Minderheit im Rat überzeugen kann und wir noch vor dem Ende der Legislaturperiode eine Einigung erzielen", betont die EU-Abgeordnete. (Schluss) bj/mp

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