Neues Volksblatt: "Ehrgeiz" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 6. Juli 2013

Linz (OTS) - "Das Riesenproblem für den Sport in Österreich ist: Wir sind ein Sozialstaat, wo es sehr vielen sehr gut geht. Den Kampf, Sportler zu werden, führen nicht viele". Das sagte der Radrennfahrer Bernhard Eisel, unter anderem neunfacher Teilnehmer an der Tour de France, vor wenigen Tagen in einem Standard-Interview.
Was Eisel sagt, gilt freilich nicht nur für den Sport. Glücklicherweise ist das soziale Netz in diesem Land sehr dicht geknüpft, auch wenn die vereinte Linke anderes suggerieren möchte. Debatten um Armut werden, im Vergleich zu anderen Ländern, auf hohem Niveau geführt, Debatten um einen gewissen Wohlstand indes auf sehr tiefem Niveau. Es wird mehr der Neidgedanke geschürt als der Leistungswille angeregt, aber jene, die den Sozialstaat finanzieren, sind ziemlich an ihrer steuerlichen Leistungsfähigkeit angelangt. "Wir müssen die Zahler entlasten, nicht ständig neue Empfängermodelle kreieren", so Finanzministerin Fekter gestern im Nationalrat in Richtung jener, die von Vermögens- und anderen "Reichensteuern" gar nicht genug bekommen können.
Radsportler Eisel hat Recht: Die sozialstaatliche Rundumversorgung ist tatsächlich nicht sonderlich leistungsfördernd. Wer Hilfe braucht, soll sie bekommen, aber es muss auch - im Sinne der Steuerzahler - gefragt werden dürfen, ob alle, die Hilfe nehmen, sie auch tatsächlich brauchen. Oder ob etwas mehr (sportlicher) Ehrgeiz auch helfen würde?

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