Journalistengewerkschaft-Appell: "Meilenstein KV-neu korrekt umsetzen!"

Kolleginnen und Kollegen melden Unterwanderungsversuche durch Herausgeber

Wien (OTS/ÖGB) - "Die Umstellung der Kolleginnen und Kollegen in das neue Vertragswerk für Journalisten verläuft leider nicht in allen Unternehmen so reibungslos wie das wünschenswert wäre. Wir registrieren jedenfalls vermehrte Versuche in Medienbetrieben, eine Art Überstundenpauschale anzubieten, die erstens nicht Bestandteil der Vereinbarung ist und zweitens zum Nachteil der Betroffenen gehen würde", berichtet der Vorsitzende der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp, Franz C.Bauer. Auch gebe es offenbar Auffassungsunterschiede, was die Wirkung einzelner Passagen des neuen Vertragswerkes betrifft.++++

Konkret werde versucht, zwischen den Sozialpartnern verhandelte Überzahlungsregelungen, die sich unter anderem aus der Umrechnung von 15 auf 14 Gehälter ergeben und fixe Bestandteile des IST-Gehalts darstellen, in eine Art Überstundenpauschale umzulegen. Selbiges werde auch mit der sogenannten Überzahlung Umstieg (ÜZ-U) versucht, die sich aus dem Übertritt in die neue Tariftabelle ergibt. "Den Kolleginnen und Kollegen werden Abänderungsverträge vorgelegt, in denen festgehalten ist, dass diese Überzahlungsregelungen auch noch eine bestimmte Summe an Mehr- und Überstunden abdecken. Davon kann keine Rede sein, diese Vorgangsweise bedeutet nichts anderes als eine Arbeitsentgeltkürzung", kommentiert Bauer: "Dass uns leider auch Berichte erreichen, es würde sogar eine Art schriftlicher Handlungsanleitung für die Personalabteilungen kursieren, legt schon den Verdacht nahe, dass es sich um einen konzertierten Versuch der Herausgeber handelt, das Vertragswerk zu unterwandern."

Den Kolleginnen und Kollegen wird deswegen dringend empfohlen, diese Abänderungsverträge, die in einzelnen Betrieben angeblich als "KV Infoschreiben" tituliert sind und mit dem Hinweis vorgelegt werden, dass sie rasch zu unterschreiben wären, keinesfalls zu unterzeichnen, ohne mit dem Betriebsrat Rücksprache zu halten. "Derartige Uminterpretationen sind selbstverständlich nicht zwischen den Sozialpartnern akkordiert, korrekte Angebote werden nie unter Zeitdruck gelegt. Wir haben die Betriebsrätinnen und Betriebsräte ersucht, diese Information an ihre Belegschaften weiterzugeben", appelliert Bauer abschließend an die Herausgeber, den Erfolg des neuen Kollektivertrags nicht durch fragwürdige Vorgangsweisen bei der Umsetzung zu schmälern: "Wir waren uns beim Abschluss der jahrelangen Verhandlungen darin einig, dass dieses Vertragswerk einen Meilenstein darstellt - diese Bezeichnung verdient es nur, wenn es auch korrekt umgesetzt wird!"

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