SJ Wien: Wiens Straßen dürfen nicht ewiggestrig bleiben!

Ergebnissen der HistorikerInnenkommission zu den Wiener Straßennamen müssen auch konkrete Änderungen folgen.

Wien (OTS/SPW) - 2011 erteilte die Stadt Wien einer Kommission den Auftrag, sich mit der historischen Bedeutung jener Persönlichkeiten auseinander zu setzen, nach denen Wiens Straßen benannt sind. Damit wurde einer langjährigen Forderung der Sozialistischen Jugend Wien Folge geleistet. "Der Arbeit der Wissenschaft müssen nun konkrete politische Schritte folgen", fordert die Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Wien Marina Hanke.****

"Straßennamen sind Teil der Öffentlichkeit", erklärt die Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Wien, Marina Hanke. "Und wie diese Öffentlichkeit gestaltet wird, ist kein reiner Zufall. Es ist das Ergebnis historischer und politischer Entwicklungen, deren Abbild zum Beispiel in Form von Straßenbezeichnungen noch heute im Stadtbild vorhanden sind."

Fälle problematischer Straßen- und Plätzebezeichnungen gebe es genug. Erst 2012 wurde etwa der kontroverse Dr.-Karl-Lueger-Ring unbenannt. Diese Forderung wurde in den Jahren zuvor auch am Landesparteitag der SPÖ Wien immer wieder durch die Sozialistische Jugend zum Thema gemacht. Die Umbenennung des Rings und die Einsetzung der Kommission waren konkrete Folgen der innerparteilichen Debatten. Nachdem nun die wissenschaftlich gesicherten Grundlagen vorlägen, müssten konkrete Formen des Umgangs mit belasteten NamensgeberInnen entwickelt werden - bis zur Umbenennung, so Hanke weiter. "Besonders wichtig ist uns, dass konstruktive Lösungen entwickelt werden, die über ein "Hängen wir halt eine Zusatztafel auf" hinausgehen." Vorstellbar sind für Hanke künstlerische Interventionen ebenso wie die Suche nach neuen NamensgeberInnen unter Einbeziehung der AnrainerInnen.

"Genauso wie wir uns kritisch mit historischen Ereignissen auseinandersetzen müssen, müssen wir auch die bis heute bestehenden Relikte aus der Geschichte hinterfragen und dürfen sie nicht einfach als gegeben hinnehmen", so Hanke abschließend. "Eine Straße nach einer Person zu benennen, ist immer ein Zeichen der Anerkennung für ihre Taten und Ideale. Wenn diese aus heutiger Sicht abzulehnen sind, ist es höchste Zeit, diese Anerkennung zu beenden und die Straßen umzubenennen. "Zugleich sollte die Gelegenheit genützt werden, bislang stark unterrepräsentierte Gruppen, wie etwa Frauen, MigrantInnen oder auch WiderstandskämpferInnen im Stadtbild sichtbar zu machen", so die SJ-Vorsitzende. (Schluss)

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