Neues Volksblatt: "Unangebracht" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 2. Juli 2013

Linz (OTS) - Oberösterreich hatte einen Anteil von 13 Prozent aller FH-Studienplätze Österreichs, was bei einem Anteil von 17 Prozent der Bevölkerung schon eine Unterversorgung ist. Doch dieser Prozentsatz fällt weiter, da die Steigerung bei den neuen Plätzen nur 12 Prozent beträgt. Zum Vergleich: Die Wiener bekommen fast dreimal so viel Plätze wie Oberösterreich. Exakt 35,76 Prozent aller neuen FH-Plätze werden in Wien entstehen, dort wohnen übrigens 20 Prozent der Österreicher.
Zu Recht ist daher die Verärgerung in Oberösterreich groß. Bildungslandrätin Hummer sieht Zusagen nicht eingehalten, die Industriellenvereinigung OÖ weist erneut darauf hin, dass Oberösterreich als industrielles Herz Österreichs dringend mehr Technikabsolventen braucht. Es scheint, dass sich Wien zwar gerne das Steuergeld holt, die nötige Investitionen aber nicht in "der Provinz" haben möchte. Und auch die Vorzeichen für das heutige Gipfelgespräch über die Linzer Medizin-Fakultät verstärken diesen Eindruck. Der derzeitige Senatsvorsitzende der Uni Wien sieht die akademischen Standards gefährdet, und seine designierte Nachfolgerin sogar die Verfassung, "weil man rasch die Med-Fakultät in Linz erzwingen will", so Gabriele Kucsko-Stadlmayr im Standard.
Das sind unangebrachte Geschütze, die hier aufgefahren werden, um ein sinnvolles und wichtiges Projekt für Oberösterreich zu torpedieren.

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