Hundstorfer zu Arbeitsmarkt: Mit Konjunkturpaket können wir Wirtschaftseinbruch gut gegensteuern

Wirtschaftsprobleme in Europa wirken sich auf österreichischen Arbeitsmarkt aus - europaweite Beschäftigungsimpulse notwendig

Wien (OTS/SK) - Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer stellte heute, Montag, bei einer Pressekonferenz zusammen mit AMS-Vorstandschef Herbert Buchinger die Arbeitsmarktdaten für Juni vor. So sind 242.242 Menschen in Österreich ohne Beschäftigung. Das sind 10,1 Prozent mehr als im Vergleichzeitraum vom Vorjahr. "Dieser Anstieg ergibt sich vor allem aus der Tourismus- und der Baubranche. Mit dem von der Regierung geschnürten Konjunkturpaket können wir hier gut gegensteuern. Vor allem Investitionen in den sozialen Wohnbau haben enorme Beschäftigungsimpulse. Die 246 Millionen, die im Konjunkturpaket vorgesehen sind, haben einen Hebeleffekt von zwei Milliarden Euro. Das bedeutet, dass 10.000 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen werden. Damit können wir dem Konjunktureinbruch gut entgegensteuern", betonte Hundstorfer. ****

Die Arbeitslosenzahlen seien trotz Anstieg nach wie vor die niedrigsten in Europa. Bei der Jugendarbeitslosigkeit, die nur unterproportional angestiegen ist, liegt Österreich auf Platz zwei hinter Deutschland mit einem ähnlich niederen Prozentsatz von 8 Prozent (im Vergleich Deutschland 7,5 Prozent). Am Mittwoch findet in Berlin ein europäischer Arbeitsmarktgipfel mit den Regierungschefs und zuständigen Ministerinnen und Ministern statt. Denn die Arbeitsmarktzahlen hätten auch eine europäische Dimension, wie Hundstorfer betonte. "68 Prozent unserer Exporte gehen in die Europäische Union. Bricht die Nachfrage europaweit ein, dann hat das Auswirkungen auf Österreich. Deswegen brauchen wir europaweite Beschäftigungsimpulse", sagte der Minister. In Berlin wird er zusammen mit Bundeskanzler Werner Faymann "den Exportschlager" duales Ausbildungssystem vorstellen, das mittlerweile von vielen Staaten, zuletzt Schweden, nach österreichischem Vorbild übernommen werde.

Wichtig sei auch die Höherqualifizierung von Arbeitslosen. Neben dem Nachholen von Bildungsabschlüssen gebe es zahlreiche Aufstiegsprogramme für Arbeitslose aus allen Bereichen. "Wir wollen aber, dass alle eine Chance am Arbeitsmarkt haben. Die niedrige Gesamtzahl bringt dem oder einzelnen Arbeitslosen nichts. Deswegen setzen wir weiter auf alle Instrumente, die wir haben. Von Jugendcoaching, Produktionscoaching bis zu diversen Programmen zur Höherqualifizierung", erklärt der Minister. Nach der Ausbildungsgarantie für Jugendliche sei es nun wichtig den Fokus auch auf ältere Beschäftigungslose zu legen. "Wir wollen eine Beschäftigungsgarantie für ältere Menschen, um sie in den Arbeitsmarkt zu reintegrieren. So wird es die Eingliederungsbeihilfe schon ab dem 45. Lebensjahr geben. Die Deckung des Lebensunterhalts wird künftig jährlich an die Inflation angepasst und zahlreiche Schulungs- Pilotprojekte werden ab 2014 starten", erklärt Hundstorfer einige der Maßnahmen und fügt an: "Die Rechung ist ganz einfach. Jeder Mensch in Beschäftigung zahlt durchschnittlich 18.200 Euro an Steuern, jeder Beschäftigungslose kostet durchschnittlich 19.000 Euro. Jeder Arbeitslose weniger ist ein Erfolg." (Schluss) sn/ah

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