Sebastian Kurz und die "Staatskunde": ÖVP-Paradigmenwechsel beim Ethikunterricht?

Wien (OTS) - Auf die grundsätzliche Zustimmung der "Initiative Religion ist Privatsache" stößt die am Sonntag (30.6.2013) bekanntgewordene Forderung des Staatssekretärs Sebastian Kurz, ein Pflichtfach "Staatskunde" ab der fünften Schulstufe einzuführen. Insbesondere der Begründung von Kurz, wonach die Schule einen "großen Bedarf an Wertevermittlung" zu decken hat, kann Initiative-Sprecher Eytan Reif vieles abgewinnen: "Dass die Schule bei der Wertevermittlung eine zentrale Rolle zu spielen hat, steht nicht nur im Schulorganisationsgesetz sondern, seit fast 10 Jahren, auch im Bundes-Verfassungsgesetz. Die Forderung Kurz sollte daher nicht ignoriert werden, auch wenn es gerade die ÖVP war, die jahrelang die flächendeckende Umsetzung dieser Bestimmungen verhindert hat". Laut Reif ist dem Vorstoß Kurz eine grundlegende Änderung der Einstellung der ÖVP zum Ethikunterricht zu entnehmen: "erstmals äußert sich ein Sprachrohr der ÖVP FÜR einen Unterricht, der, vom Religionsunterricht entkoppelt, die Grundregeln des Zusammenlebens in Österreich an alle Schüler, ungeachtet ihrer Herkunft oder Weltanschauung, vermitteln soll. Somit übernimmt Kurz einen zentralen Punkt des prominent unterstützten Positionspapiers, das wir erst vor zwei Monaten zu diesem Thema veröffentlicht haben. Jedes seriös gemeinte Vorhaben, das sich an diesem Grundsatz orientiert, kann daher, ungeachtet des Urhebers, mit unserer Unterstützung rechnen."

Das von der "Initiative Religion ist Privatsache" am 24. April 2013 veröffentlichte Positionspapier "Der Ethik- und Religionenunterricht" verlangt neben der egalitären Behandlung aller Schüler auch die umgehende Beendigung des Schulversuchs "Ethikunterricht als Ersatzpflichtgegenstand zum Religionsunterricht", sowie die Einführung von qualitäts- und neutralitätssichernden Maßnahmen.

Link zum Positionspapier:
http://www.ots.at/redirect/Positionspapier_Ethik1

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