30 Jahre ÖAMTC-Flugrettung: Eine notfallmedizinische Institution feiert Geburtstag

Modernste medizinische Versorgung trotz antiquierter Finanzierungsmodelle

Wien (OTS) - Als der ÖAMTC im Jahr 1983 "Christophorus 1" in Innsbruck in Dienst stellte, brach ein neues Zeitalter im österreichischen Rettungswesen an. "Die Rückschau auf die vergangenen 30 Jahre ist eine erfreuliche", stellt der Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung, Reinhard Kraxner, fest. "Durch Innovationsgeist und unermüdlichen Einsatz haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Aushängeschild im Bereich der internationalen Flugrettung geschaffen." Eine Vorschau auf die nächsten Jahre ist da bei weitem diffiziler. "Ressourcen werden knapper und das Gesundheitssystem befindet sich in einem grundlegendem Strukturwandel", berichtet Kraxner. "Das wird auch Einfluss auf die Flugrettung haben. Allerdings wissen wir noch nicht, wie."

Zwar keinen Blick in die Zukunft der Flugrettung in Österreich aber zumindest einen über den Tellerrand ermöglichte das Symposium "Erfolgsmodell Flugrettung?", das der ÖAMTC anlässlich des 30-Jahr Jubiläums organisiert hat. Diese Fachveranstaltung hat klar aufgezeigt, dass die Reorganisation der Krankenhauslandschaft mit der Bildung von Netzwerken und spezialisierten Zentren einen weiteren grundlegenden Wandel im Rettungsdienst mit sich bringen wird. "Wir erkennen bereits heute einen Trend zu längeren Transportzeiten", so der leitende Notarzt der ÖAMTC-Flugrettung, Wolfgang Voelckel. Dem Notarzthubschrauber kommt dabei als dem schnellsten überregionalen Transportmittel eine besondere Bedeutung zu. "Unsere Notärzte werden zusehends mit komplexen medizinischen Fragestellungen konfrontiert werden", ergänzt Voelckel.

Ein Punkt, der ganz oben auf der Agenda der ÖAMTC-Flugrettung steht, ist die Verrechnung mit den Sozialversicherungsträgern. "Der ÖAMTC hat bereits in der Vergangenheit wiederholt aufgezeigt und thematisiert, dass diese keinerlei Rücksicht auf die notfallmedizinischen Entwicklungen der vergangene 30 Jahre nimmt", führt ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold aus. Die gängige Abrechnungspraxis der Krankenkassen ist nicht nur verwaltungsaufwändig und bei weitem nicht kostendeckend, sondern auch unfair. "Über die medizinische Notwendigkeit eines Einsatzes entscheidet nämlich der Chefarzt der jeweiligen Krankenkasse erst im Nachhinein" kritisiert Schmerold. In einem noch nie dagewesenen Schulterschluss haben die österreichischen Flugrettungsbetreiber deshalb bereits im vergangenen Jahr gemeinsam dem Hauptverband einen Alternativvorschlag präsentiert. "Auf eine Reaktion warten wir bis heute", so Schmerold.

Knapp 249.000 geflogene Einsätze und annähernd so viele versorgte Patienten sind eindrucksvoller Beweis für den Stellenwert der Flugrettung in einem modernen Notarztsystem. Auch ÖSV-Athlet Hans Grugger, vor zwei Jahren prominentes Opfer der Streif, ist überzeugt, dass die perfekte Arbeit der Christophorus-Teams, die unmittelbar nach dem Sturz am Anfang der Rettungskette standen, maßgeblich zu seiner Genesung beigetragen haben. Welche Weichen auch immer in naher und ferner Zukunft durch oder für die ÖAMTC-Flugrettung gestellt werden, der Schlüssel zum Erfolg wird auch weiterhin in der Fortführung der seit 30 Jahren erprobten Kooperation mit den Ländern, dem Roten Kreuz, der Bergrettung und der Wiener Rettung liegen. Tag für Tag stellen die ÖAMTC-Crews unter Beweis, dass Leben retten Teamarbeit ist.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4296

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC Kommunikation
T +43 (0) 71199 21218
kommunikation@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001