"profil": Die Kritik der heimischen Kulturszene an ORF-General Wrabetz verschärft sich

ORF-TV-Filmchef Mis befürchtet "wirtschaftliche Hegemonie deutscher Konzerne - und inhaltlich "den Anschluss an das großdeutsche Medienreich"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, verschärft sich die öffentliche Kritik an ORF-Chef Alexander Wrabetz nach dessen Androhung harter Sparmaßnahmen. IG Autorinnen/Autoren-Chef Gerhard Ruiss etwa sieht in der Überlegung, den Bachmannpreis 2014 aufzugeben, "ein geändertes Geschäftskonzept: Der ORF ist auf der Suche nach Geld. Die Absicht, die dahinter steckt, lautet: Wer zahlt mir den Bachmannpreis?" Für Ruiss ist die Diskussion um das Kärntner Wettlesen nur Symptom:
"Kultur wird vom ORF längst nicht mehr als Auftrag, eher als Luxus verstanden: Erst wenn wir Kohle und Quote gemacht haben, widmen wir uns dem Kunstaufputz. Kultur ist am Küniglberg nur ein Kostenfaktor, ein Publikumsvertreibungsfaktor."

Ähnlich argumentiert auch Michael Köhlmeier, der am kommenden Mittwoch die Eröffnungsrede beim Klagenfurter Wettlesen halten wird:
"Die Kosten für den Bachmannpreis stehen in keinerlei Relation zur angerichteten Rufschädigung", meint der Schriftsteller. "Eine unsägliche PR-Leistung des Generaldirektors: Nicht genügend! Setzen! Fünf!"

Auch im eigenen Haus regt sich Widerstand: ORF-Fernsehfilmchef Heinrich Mis setzt sich für die seit Jahren unterdotierte Filmszene ein. Natürlich könne man das Feld auch der starken deutschen Medienbranche überlassen, aber klug sei das nicht. "Dann haben wir bald wirtschaftliche Hegemonie deutscher Konzerne - und inhaltlich den Anschluss an das großdeutsche Medienreich. Letztlich ist das die Preisgabe der mühsam erarbeiteten österreichischen Identität", so Mis gegenüber "profil".

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