Kritik an Haftbedingungen für Jugendliche

Salzburg (OTS) - In Salzburg verbrachte erst unlängst ein 15-jähriger aus Mangel an Alternativen drei Monate in U-Haft unter Erwachsenen, aktuell wurde in Wien ein 14-jähriger Opfer von Misshandlungen. Auch eine aktuelle Studie des Boltzmann Instituts für Menschenrechte, in der jugendliche Häftlinge zu Wort kommen, zeigt erschreckende Ergebnisse. Ein Befragter beschreibt, dass Gewalt in Haft das Schlimmste sei, was jungen Menschen passieren kann.
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Die Kinder- und Jugendanwaltschaften sind alarmiert und fordern Alternativen für Jugendliche zur U-Haft und einen Strafvollzug, der den jungen Häftlingen Schutz vor Gewalt bietet und noch viel stärker auf Sozialarbeit und Resozialisierung mit Ausbildung, Beschäftigung und Freizeitmöglichkeiten ausgerichtet ist. Salzburger Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt dazu: "Wenn Jugendliche aufgrund von Straftaten im Gefängnis landen, und dort selbst Opfer strafbarer Handlungen werden, hat der Staat seinen Obsorgeauftrag, Jugendlichen Halt, Schutz und Orientierung zu bieten, zur Gänze verfehlt."

Längst ist erwiesen, dass jugendliche Straftäter fast ausschließlich aus einem sozial benachteiligten Umfeld kommen. Die permanenten Kürzungen präventiver Maßnahmen treffen wiederum genau diejenigen Kinder und Jugendlichen, die ohnehin schon schlechtere Startbedingungen vorfinden. Wenn Kinder im Gefängnis landen, ist es auch ein Alarmsignal dafür, dass Hilfssysteme im Vorfeld versagt haben. Es besteht akuter Handlungsbedarf, betroffene Familien effektiver zu unterstützen, um allen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive zu ermöglichen!

Rückfragen & Kontakt:

Andrea Holz-Dahrenstaedt
Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg
Tel: 0662/430550, 0664/8284242

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