Industrie: OECD unterstreicht Aufholbedarf im Bildungssystem

IV-GS Neumayer: Österreich noch immer vom Spitzenfeld der bildungsintensiven Länder entfernt - Trotz steigender Bildungsausgaben stagniert Bildungsqualität

Wien (OTS/PdI) - "Dass Österreich über eine der niedrigsten Jugendarbeitslosigkeits-Quoten im OECD-Vergleich verfügt, liegt sicherlich an unserem durchwegs hervorragenden Berufsausbildungssystem. Trotz alledem bescheinigt uns die OECD im Bildungsbereich einmal mehr Handlungsbedarf, wenn Österreich als Innovationsstandort langfristig international wettbewerbsfähig bleiben will", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer zur OECD-Studie "Education at a glance" heute, Dienstag. In den vergangenen Jahren seien zwar teilweise Reformen umgesetzt worden, es gebe jedoch noch immer beträchtlichen Aufholbedarf. "Österreich ist vom Spitzenfeld der bildungsintensiven Länder und Top-Performer noch immer ein großes Stück entfernt. Das können wir aber nur durch die richtige Förderung und Ausbildung unserer Kinder aber auch der Pädagoginnen und Pädagogen sowie einer deutlichen Reduktion der Verwaltungskosten erreichen. Es darf nicht sein, dass nur jeder zweite Euro in den Klassenzimmern ankommt", erklärte Neumayer.

Der leichte Anstieg der Bildungsausgaben gemessen am BIP sei grundsätzlich erfreulich und wichtig. Österreich liege mit 12.507 US-Dollar jährlichen Ausgaben pro Schülerin, Schüler bzw. Studierendem weit über dem OECD-Schnitt von 9.313 Dollar. "Trotz steigender Bildungsausgaben, stagniert jedoch die Bildungsqualität -jeder sechste Schüler im Alter von 14 Jahren kann nicht mehr grundlegend rechnen. Wir stehen zwar im internationalen Vergleich in punkto Klassengröße und Betreuungsverhältnis gut da, müssen jedoch mehr denn je auf Kreativität, Förderung von Innovation und eine hohe Ausbildungsintensität setzen. Diese Anstrengungen müssen von einer gezielten Förderung bereits im Kleinkindalter bis hin zu Fachkräften mit berufsspezifischen Qualifikationen und bestens ausgebildeten Menschen im tertiären Bereich reichen", so Neumayer.

"Die Lehrerinnen und Lehrer sind Dreh- und Angelpunkt unseres Bildungssystems. Wir brauchen aber nicht nur die besten Pädagoginnen und Pädagogen auf allen Bildungsstufen von der Elementar- bis zur Sekundarstufe - wir müssen überhaupt dafür Sorge tragen, dass auch künftig Menschen unsere Kinder ausbilden wollen. Denn Österreich weist eine der ältesten Lehrerschaften unter den OECD-Ländern auf. Ungefähr 37 Prozent der Lehrkräfte im Primarbereich sind in Österreich mindestens 50 Jahre alt, in Sekundarstufe II gilt dies für 40 Prozent der Lehrkräfte, und in Sekundarstufe I ist fast jede zweite Lehrkraft mindestens 50 Jahre alt", betonte der IV-Generalsekretär. "Daher müssen wir für die besten Ausbildungsmöglichkeiten, adäquate Arbeitsbedingungen, sowie eine gerechte Entlohnung sorgen. Die rasche Umsetzung der PädagogInnenbildung Neu und ein Lehrerdienstrecht Neu sind richtige Schritte", so Neumayer.

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