ÖAMTC-Sommergespräch 2013: So kommen Fluggäste zu ihrem Recht (Teil 2)

Flugverspätung, Überbuchung, Annullierung - was man sich als Reisender nicht gefallen lassen muss

Wien (OTS) - Wer die Klippen der Flugbuchung erfolgreich umschifft hat, ist zwar einen großen Schritt weiter, aber noch nicht sicher am Urlaubsort angekommen. "Bis dorthin kann leider noch einiges passieren", weiß ÖAMTC-Juristin Eva Unger. "Die erfolgreiche Buchung ist allerdings der Grundstein für einen erholsamen und problemfreien Urlaub."

Zwischen der Buchung und dem Tag des Abfluges kann sich zum Beispiel das Problem einer Flugzeitänderung ergeben. "Ob man sich das als Fluggast gefallen lassen muss, muss im Einzelfall geprüft werden", so die ÖAMTC-Expertin. "Fakt ist jedoch: Aus einem Tag- darf beispielsweise kein Nachtflug werden und es darf auch kein Reisetag verloren gehen." Der ÖAMTC fordert daher, dass sich Fluggäste in Zukunft besser gegen Flugzeitverschiebungen wehren können. Eine Möglichkeit wäre etwa ein Storno- und Preisminderungsrecht ab einer Verschiebung von vier Stunden.

Übrigens: Grundsätzlich ist man mit einer über das Reisebüro gebuchten Pauschalreise besser abgesichert, als bei individueller Buchung. In diesem Fall ist nämlich der Reiseveranstalter verpflichtet, bei Problemen beispielsweise eine alternative An- oder Rückreisemöglichkeit zu organisieren. "Wenn die Reise sogar abgesagt werden muss, besteht Anspruch auf Rückerstattung des Preises", erläutert die ÖAMTC-Juristin.

Kurz vor dem Abflug: Überbuchung, Verspätung, Annullierung

Prinzipiell kann es auch am Flughafen immer noch passieren, dass der Flug überbucht oder verspätet ist, kurzfristige Annullierungen sind ebenfalls möglich. "Dementsprechend wichtig ist es, über seine Rechte informiert zu sein", hält die ÖAMTC-Expertin fest. "Am Abfertigungsschalter kann man schriftliche Auskunft über die Fluggastrechte, speziell über Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen verlangen."

Bei Flügen innerhalb oder aus der EU hinaus (unabhängig von der Fluglinie) bzw. zurück in die EU (mit einer EU-Airline) hat man als Passagier bei Überbuchung, starker Verspätung (mindestens zwei Stunden) oder Annullierung beispielsweise Anspruch auf Ausgleichszahlungen, Mahlzeiten und Getränke, zwei kostenlose Telefonate (bzw. Faxe oder E-Mails) und - wenn notwendig -Kostenersatz für Hotelübernachtungen. Weitere Fluggastrechte betreffen den schnellstmöglichen Weitertransport bzw. die Umbuchung auf spätere Flüge. "Die Bestimmungen sind insgesamt sehr detailliert und kompliziert formuliert. Wer Probleme mit der Geltendmachung seiner Ansprüche hat, sollte sich zum Beispiel an die Rechtsberatung des ÖAMTC wenden, die für Mitglieder kostenlos ist", rät Unger.

Technische Gebrechen, höhere Gewalt und Streiks

Vorsicht: Die Fluggastrechte führen nicht automatisch und in jedem Fall zu einer Entschädigung. "Als Passagier hat man auch einige Verpflichtungen zu erfüllen, wie das rechtzeitige Eintreffen am Check-in", erklärt die ÖAMTC-Expertin.

Bei einer Flugverspätung bzw. -annullierung aufgrund technischer Gebrechen ist die Airline verantwortlich und zur Ausgleichszahlung verpflichtet. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel: Liegt ein Terroranschlag oder Sabotage vor bzw. gibt es einen unerwarteten Mangel, der auch durch Ergreifen aller Möglichkeiten nicht verhindert hätte werden können, gibt es keine Ausgleichszahlung. "Auch die berühmte 'höhere Gewalt', die häufig in Form von Naturkatastrophen zuschlägt, lässt Ausgleichszahlungen durch die Fluggesellschaft entfallen", so die ÖAMTC-Juristin. "Die Unterstützungs- und Betreuungsleistungen stehen dem Passagier allerdings auch in diesen Fällen zu."

Bei Streiks spielt es für den Fluggast eine große Rolle, wer streikt. Sind es die Mitarbeiter der Airline, kann sich die Fluglinie selten mit "höherer Gewalt" rechtfertigen und muss eine Ausgleichszahlung leisten. "Streiken jedoch Flughafenmitarbeiter oder Fluglosten, ist das ausführende Flugunternehmen durch außergewöhnliche Umstände von der Ausgleichsleistung befreit", erklärt Unger.

Sicher ist sicher: ÖAMTC-Schutzbrief und Reiseversicherungspaket

Der ÖAMTC Gepäck- und Stornoschutz ist weltweit gültig und schützt Einzelpersonen oder wahlweise die gesamte Familie auf allen Reisen mit mindestens einer Nächtigung und einer maximalen Dauer von 92 Tagen ein ganzes Jahr lang. Versichert ist man damit bei Storno, Reiseabbruch, Gepäckverlust, -beschädigung oder -diebstahl, außerdem gibt es eine Reiseprivathaftpflichtversicherung. Nähere Infos gibt es unter www.oeamtc.at/versicherung.
Alle Infos zum ÖAMTC-Schutzbrief und dem weltweiten Ergänzungsprodukt, dem ÖAMTC-Weltreisekrankenschutz, findet man unter www.oeamtc.at/schutzbrief.

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