BZÖ-Huber: EU erhöht Grenzwert für Pestizid Endosulfan in Zuchtlachsen auf das 10-fache

Wien (OTS) - BZÖ-Agrarsprecher Gerhard Huber warnt davor, dass die EU die erlaubten Grenzwerte für das Gift Endosulfan in Zuchtlachsen verzehnfacht hat. "Wieder einmal stellt die Union wirtschaftliche Interessen über die Gesundheit der Konsumenten. Das Gift wird für hunderte Missbildungen und Erkrankungen in Südwestindien verantwortlich gemacht und soll zudem Schuld am großen Fischsterben im Rhein gewesen sein. Endosulfan ist ein Nervengift, das die Fortpflanzungsfähigkeit beeinflusst, wahrscheinlich löst es Krebs aus. Deshalb wurde es auf die Liste der "Stockholmer Konvention" über langlebige organische Schadstoffe aufgenommen. Auch in der EU ist die Anwendung von Endosulfan längst verboten. Dennoch kommt es derzeit wieder verstärkt in unser Essen - über Lachse aus Norwegen", zitiert Huber die deutsche "taz" und weist darauf hin, dass Endosulfan derzeit in 80 Ländern verboten ist.

Während die EU vor der Zuchtfischlobby in die Knie gegangen ist und beschwichtigt, verweist beispielsweise Global 2000 auf Studien, wonach Endosulfan in Verdacht steht, ein Endokriner Disruptor zu sein. Diese Stoffe wirken wie Hormone und können dadurch das Gleichgewicht des Hormonsystems von Säugetieren stören. Diese Disruptoren können bereits in sehr kleinen Mengen giftig wirken. Erst in den vergangenen Jahren wäre verstärkt auf diesem Gebiet geforscht worden. Die Europäische Union habe sich noch nicht einmal auf eine Methode geeinigt, um diese Eigenschaft nachzuweisen. Der Biologe Jérôme Ruzzin warnt in der "taz": "Das Niveau von Umweltgiften im Zuchtlachs ist im Verhältnis zu anderen Lebensmitteln so hoch, dass wir reagieren müssen", erklärt der Wissenschaftler an der norwegischen Universität Bergen. Deshalb sollten vor allem Schwangere und Kinder möglichst geringe Mengen des Fisches essen. Der BZÖ-Sprecher verlangt nicht nur die Rücknahme der Grenzwerterhöhung, er schließt sich auch der Forderung von Greenpeace an, endlich für eine bessere Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln zu sorgen. "Österreich hat aus dem Pferdefleischskandal und der Diskussion rund um die Neonicotinoide nichts gelernt. Die Lobbyisten regieren und der Konsument zahlt drauf. Hier besteht wieder einmal absoluter Handlungsbedarf, denn Gesundheit muss immer vor Profit von Konzernen gehen", so Huber, der hier eine parlamentarische Anfrage des BZÖ ankündigt.

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