ÖGJ: Österreich soll TechnikerInnen ausbilden statt aus Spanien oder Griechenland importieren

Abwerben der besten Köpfe aus dem Süden nicht europäische Integration, wie wir und das vorstellen

Wien (OTS/ÖGB) - Wenig begeistert zeigt sich die Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) von den Vorschlägen von Bernhard Felderer, wonach Österreich aktiv in Spanien und Griechenland technische Fachkräfte anwerben soll. Vorsitzender Sascha Ernszt: "Österreich soll Fachkräfte ausbilden und nicht importieren. Wenn die Wirtschaft ein bisschen mehr Weitblick hätte, hätte sie rechtzeitig ausreichend Fachkräfte ausgebildet - und würde sich jetzt nicht länger gegen das ÖGJ-Modell für eine Fachkräftemilliarde und für eine qualitätsorientierte Ausbildungsförderung sperren."

Potential an ausbildungswilligen jungen Menschen ist jedenfalls ausreichend vorhanden: In den überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen (ÜBA) sind rund 10.000 Jugendliche, die in Wirklichkeit alle eine Lehrstelle in einem Betrieb suchen - und diese sofort antreten können. "Diesen Jugendlichen sollte die Wirtschaft eine Chance geben, anstatt gezielt nach Spanien zu fahren, um dort Fachkräfte abzuwerben", fordert Ernzst.

EU muss Jugendgarantie raschest umsetzen

"Zum Beispiel hat die Ausbildung eines Ingenieurs Spanien 50.000 Euro gekostet. 1.000 spanische Ingenieure nach Österreich zu holen bedeutet also einen Schaden von 50 Millionen Euro für Spanien. Wie soll ein Land aus der Krise kommen, wenn wir die besten Köpfe zum Verlassen ihres Landes auffordern? Das ist nicht europäische Integration, wie wir sie uns vorstellen", sagt Ernszt. Stattdessen müsse auf europäischer Ebene schnellstens die Jugendgarantie umgesetzt werden - und auf österreichischer Ebene müsse die Wirtschaft wieder mehr Fachkräfte selbst ausbilden.

Fachkräftemilliarde, damit Österreich Wirtschaft wieder mehr Lehrlinge ausbildet

Zur fairen Finanzierung der Lehrlingsausbildung fordern ÖGJ und ÖGB eine Fachkräftemilliarde. Ein Prozent der Bruttoentgeltsumme soll von den Unternehmen eingehoben werden. Geld aus der Fachkräftemilliarde soll dann an jene - derzeit gerade 20 Prozent - der Unternehmen fließen, die Lehrlinge ausbilden. Außerdem sollen aus der Fachkräftemilliarde die Plätze in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen finanziert werden, die derzeit der Bund (über das AMS) finanziert. Ersparnis für die SteuerzahlerInnen: 150 Millionen Euro pro Jahr.

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