Bienenenquete des Kärntner Landtages: Bienenschutz stärker ins Bewusstsein gerückt

Rohr: Diskussion zum Bienenschutz zeigt, Nachhaltigkeit und Vorzug einer ökologischen Wirtschaftsweise sind Gebot der Stunde. Einigkeit bei Teilnehmern, Bienenschutz zu verbessern.

Klagenfurt (OTS) - Bei der gestrigen Enquete des Kärntner Landtages zum "Schutz der Bienen" fanden sich Vertreter der Politik, Medienvertreter und zahlreiche Interessierte ein, um nach den Referaten hochrangiger Fachexperten zum Thema Bienenschutz, mögliche Maßnahmen und Vorgehensweisen zu diskutieren.

Der Kärntner Landtag hatte am 16. Mai 2013 einstimmig beschlossen, diese Enquete durchzuführen. Ein vermehrtes Sterben von Bienenvölkern und die Diskussion über das Verbot von Neonicotinoiden in Pflanzenschutzmitteln hatten das Thema Bienensterben in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt.

Der 1. Präsident des Kärntner Landtages LAbg. Reinhart Rohr konnte neben zahlreichen interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch namhafte Expertinnen und Experten begrüßen (siehe unten).

Die Vorträge der Referenten zeichneten ein klares Bild. Forschungsergebnisse und zahlreiche Studien belegen die Gefährlichkeit und die negativen Folgen des Einsatzes von Neonicotinoiden.
Die Problematik des Neonicotinoide-Einsatzes wurde bereits vor 20 Jahren in Frankreich erkannt, erst in jüngster Zeit wurde von Seiten der EU ein Teilverbot ausgesprochen, das für den Experten Hoppichler nicht ausreichend ist und der ein weitergehendes Verbot befürwortet.

Im Anschluss an die Referate der Experten fand eine angeregte Diskussion unter reger Teilnahme der Zuhörerinnen und Zuhörer statt. Ein breites Bild an Inhalten und Meinungen, die ausgiebig und mitunter auch kontroversiell diskutiert wurden, belegen das große Interesse an der Thematik des Bienenschutzes, die weit über die Anwendung von Neonicotinoiden hinausgehe, stellte Rohr fest. "Deshalb ist es das Gebot der Stunde, nachhaltig zu denken und der ökologischen Wirtschaftsweise auf lange Sicht den eindeutigen Vorzug zu geben", erklärte Rohr.

Einigkeit herrschte bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass die Situation für die Bienen verbessert werden muss, was gemeinsam und im Miteinander von Bauern und Imkern erfolgen soll:
Die Enquete habe vor allem eines gezeigt, dass der Bienenschutz auf großes Interesse bei vielen Menschen stoße und zu einer weiteren Bewusstseinsbildung zu diesem Thema beitragen konnte, fasste Rohr zusammen.

Die Politik dürfe hier nicht zuschauen, sondern habe dafür zu sorgen, "dass mit entsprechenden Rahmenbedingungen und mit klaren Geboten und Verboten, die natürlichen Kreisläufe nicht zerstört werden und die Gesundheit insgesamt, von den Pflanzen über die Tiere bis hin zum Menschen im Vordergrund zu stehen haben", so Rohr in seinen Schlussworten.

(Schluss)

Referenten und Themen:

DI Dr. Josef Hoppichler
Bundesanstalt für Bergbauernfragen
Thema: "Neonikotinoide und Bienensterben - erweiterte Risikodimensionen"

Franz Ofner
Sprecher der Berufsimker in Kärnten
Thema: "Die aktuelle Situation der Erwerbsimker"

KR Martin Gruber
Ausschuss-Obmann für pflanzliche Produktion in der Landwirtschaftskammer
Thema: "Bienenschutz und Landwirtschaft"

Mag.a Dr. Anita Lautemann
Biologin und Gerichtssachverständige für Imkerei
Thema: "Argumente und Fakten beim Einsatz von Neonicotinoiden"

Hans Rainer
Obmann "Tourismusverein Längsee/Hochosterwitz
Thema: "Die agrarökonomische und ökologische Bedeutung der Bienen für Kärnten".

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Büro Erster Landtagspräsident Kärnten, Landhaus, Klagenfurt

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