Erste Gesamtschadensbilanz der Hochwasserkatastrophe im Unterland bei 110 Millionen Euro!

Tiroler Landesregierung beschloss Sonderfinanzierung

Innsbruck (OTS) - Die Hochwasserkatastrophe von Anfang Juni 2013 schlägt sich nach ersten Berechnungen mit einer Gesamtschadenssumme von rund 110 Millionen Euro zu Buche:

In einer dringlichen Regierungsvorlage auf Antrag von LH Günther Platter beschloss die Tiroler Landesregierung, zusätzliche Finanzmittel in der Höhe von 25,5 Millionen Euro zur anteiligen Mitfinanzierung für die Beseitigung und Behebung der Schäden bereitzustellen.

"Durch Überschwemmungen und Muren wurden Straßenabschnitte stark unterspült und teilweise schwer beschädigt. Einige Gewässerabschnitte nahmen durch Uferanbrüche, Dammbrüche und Überschwemmungen Schaden. Zahlreiche Privathäuser und Wirtschaftsbetriebe wurden zum Teil zerstört oder massiv beschädigt", erklärte LH Günther Platter die vorliegende Schadensbilanz. Die extremen Witterungsverhältnisse im ersten Halbjahr 2013 machen aber auch zusätzliche Maßnahmen im Bereich der Wildbach- und Lawinenverbauung notwendig.

Land gewährt Vorschuss zur Soforthilfe

"Mit den zusätzlichen Finanzmitteln von 25,5 Millionen Euro soll eine rasche Hilfe für die von der Hochwasserkatastrophe betroffene Bevölkerung im Tiroler Unterland ermöglicht und die dringend notwendige Wiederherstellung der erforderlichen Infrastruktur sichergestellt werden", betonte der Landeshauptmann.

Den größten Anteil stellen die privaten Elementarschäden mit rund 74 Millionen Euro dar. Zur Wiederherstellung bzw. Sanierung der Schäden wird eine Beihilfe von 50 Prozent gewährt, wobei sich Bund und Land die Mittelaufbringung im Verhältnis 60:40 teilen. Auf Basis eines Schätzgutachtens werden darüber hinaus umgehend 50 Prozent der Beihilfe als Vorschuss und Soforthilfe gewährt und die gesamte Beihilfe gegen Rechnungslegung abgerechnet.

Eine grundsätzlich ähnliche Regelung ist auch für die Gemeinden vorgesehen. Weiters hat die Landesregierung bereits ein Sonderförderprogramm im Rahmen der Wohnbauförderung und der Wohnhaussanierung zur Wiederherstellung von Wohnungen und Eigenheimen beschlossen. Eine auch seitens des Landes gestartete Spendenaktion wird besondere Härtefälle zusätzlich unterstützen.
LH Platter: "Das Land Tirol hat nach der Hochwasserkatastrophe 2005 bereits damit begonnen, für derartige Großwetterereignisse finanzielle Vorsorge zu treffen. So ist es nun möglich, einen Teil der erforderlichen Finanzmittel aus dieser Katastrophenvorsorge abzudecken und damit die Gesamtbelastung des laufenden Budgets für die Hochwasserhilfe von 25,5 Millionen Euro auf 18,3 Millionen Euro für dieses Rechnungsjahr 2013 zu senken."

Sondermarketingmaßnahmen für den Tourismus

"Als Tourismusreferent freut mich der Beschluss zur Unterstützung von Sondermarketingmaßnahmen für den Tourismus. Die Tiroler Landesregierung gibt damit ein grundsätzliches Bekenntnis und die Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung entsprechender Maßnahmen ab", gab LH Günther Platter bekannt. Ein Konzept wird noch ausgearbeitet.

Mehr Hochwasservorsorge

"Nach den letzten Wochen wissen wir mehr als je zuvor: Mit Prävention können wir unseren Bürgerinnen und Bürgern und der öffentlichen Hand Millionen sparen. Deswegen habe ich gemeinsam mit den neun anderen Umweltlandesrätinnen und Umweltlandesräten am Freitag in Wien den Druck auf die Bundesregierung in punkto Hochwasserprävention erhöht", betont LHStvin Ingrid Felipe. Bei der Konferenz der Landes-UmweltreferentInnen hatten die VertreterInnen aller neun Bundesländer beschlossen, dass der Bund die Hochwasserhilfen in einer 15a-Vereinbarung absichern müsse. "Sonst befürchte ich, dass die Präventionsmaßnahmen nach der Nationalratswahl wieder unter den Rasenmäher kommen."

Schadensbilanz Hochwasser 2013 Tiroler Unterland: 110 Millionen Euro -Landesstraßen - ca. 8 Millionen Euro
-Schutzwasserwirtschaft inklusive Folgemaßnahmen -
16,5 Millionen Euro
(Sofortmaßnahmen ca. 4,5 Millionen Euro, Folgemaßnahmen ca.
12 Millionen Euro)
-Private Elementarschäden - ca. 74 Millionen Euro
Davon Wohnhäuser, Wohnungen und Nebenanlagen 30 Millionen Euro Gewerbe und Unternehmen 30 Millionen Euro
Forstbereich einschließlich Wege 4 Millionen Euro
Almbereich einschließlich Wege 1 Million Euro
Ländliches Wegenetz 7 Millionen Euro
Landwirtschaftliche Flurschäden 1,99 Millionen Euro
-Wildbach- und Lawinenverbauung - ca. 10 Millionen Euro

Zusätzliche Finanzmittel 2013 Hochwasserhilfe Land Tirol:
25,5 Millionen Euro
-Landesstraßen (Landesstraßenmaßnahmen Katastrophenschäden)-
6 Millionen Euro
-Wasserbau (Beitrag für Schutz- und Regulierungsbauten) -
2,5 Millionen Euro
-Private Katastrophenschäden (Zuwendung zur Behebung privater Katastrophenschäden) - 15 Millionen Euro
-Wildbach- und Lawinenverbauung (Beitrag zur staatlichen Wildbach-und Lawinenverbauung)- 2 Millionen Euro

Spendenkonto Hochwasserhilfe
Hypo Tirol Bank
BLZ: 57.000
Konto Nr.: 200.000
BIC/SWIFT-Code: HYPTAT22
IBAN: AT185700000000200000
Kennwort: Hochwasserhilfe 2013 Tirol
Online spenden über die Landeshomepage:
www.tirol.gv.at/hochwasserhilfe/

Kurzmeldungen aus der Regierungssitzung

Beschaffung und Analyse von Daten zur nachhaltigen Landesentwicklung

Im April 2012 beschloss die Landesregierung die Tiroler Nachhaltigkeitsstrategie. Darin vorgesehen ist, dass relevante Daten regelmäßig beschaffen und analysiert werden sollen. Auf Antrag von LHStvin Ingrid Felipe soll nun das Institut für Industrielle Ökologie zusammen mit einem Beratungsunternehmen vom Land beauftragt werden, ein Instrument zur Nachhaltigkeitsbeurteilung von Projekten, Gesetzen oder Förderprogrammen zu entwickeln. "Dadurch können wir bereits im Vorfeld überprüfen, ob geplante Vorhaben den Grundsätzen der nachhaltigen Landesentwicklung entsprechen", erklärt Umweltreferentin LHStvin Felipe. Zudem könne durch ein solches Instrument festgestellt werden, inwieweit das Land bereits seine Ziele erreicht hat.

Beschaffung und Analyse von Daten zur nachhaltigen Landesentwicklung

Im April 2012 beschloss die Landesregierung die Tiroler Nachhaltigkeitsstrategie. Darin vorgesehen ist, dass relevante Daten regelmäßig beschaffen und analysiert werden sollen. Auf Antrag von LHStvin Ingrid Felipe soll nun das Institut für Industrielle Ökologie zusammen mit einem Beratungsunternehmen vom Land beauftragt werden, ein Instrument zur Nachhaltigkeitsbeurteilung von Projekten, Gesetzen oder Förderprogrammen zu entwickeln. "Dadurch können wir bereits im Vorfeld überprüfen, ob geplante Vorhaben den Grundsätzen der nachhaltigen Landesentwicklung entsprechen", erklärt Umweltreferentin LHStvin Felipe. Zudem könne durch ein solches Instrument festgestellt werden, inwieweit das Land bereits seine Ziele erreicht hat. "Wir wollen als Regierung garantieren, dass politische Entscheidungen mit Weitblick getroffen werden und dass wir auf die Wirkung auf unsere Natur und Umwelt besonderes Augenmerk legen."

Rückfragen & Kontakt:

Amt der Tiroler Landesregierung
Thomas Schönherr
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0676 88508 2240
thomas.schoenherr@tirol.gv.at
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