Kinderkampagne des Familienministers ist Augenauswischerei mit Steuergeld

Wien (OTS) - Kinder halten Österreich jung - das ist wichtig und richtig. Für falsch hält es NEOS, 800.000 Euro für Werbekampagnen auszugeben und gleichzeitig kaum Fortschritte beim Ausbau der Kinderbetreuung vorzuweisen.

Die Geburtenrate liegt in Österreich seit vielen Jahren bei unter 1,4 Kindern je Frau. In skandinavischen Ländern oder auch in Frankreich ist sie deutlich höher. Viele internationale Studien zeigen, dass der Schlüssel zu mehr Kindern nicht in einer breit angelegten Wohlfühlkampagne liegt, sondern im Bereitstellen von qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung.

"Diese Kampagne ist eine Augenauswischerei, und zwar mit unserem Steuergeld", ärgert sich Beate Meinl-Reisinger, stv. Vorsitzende von NEOS und Spitzenkandidatin in Wien. "NEOS fordert 100 Millionen Euro im Jahr in den Ausbau von Kinderbetreuung zu investieren." Die Mittel hierfür könnten durch Umschichtung als Ergebnis einer umfassenden Reform des Familienförderungsystems in Österreich freigemacht werden.

Nur 15 Millionen Euro pro Jahr gibt die Regierung derzeit für den Ausbau von Kinderbetreuung aus. Nach Meinl-Reisinger: "Viel zu wenig, worauf auch Experten immer wieder hinweisen". Gerade in Österreich werde im Bereich der Familienförderung zu wenig für Realleistungen -also für Kinderbetreuung - ausgegeben. Der Ausbau muss forciert werden - in Punkto Quantität UND Qualität. So stehe Österreich beim Betreuungsschlüssel (Anzahl der zu betreuenden Kindern je Betreuungsperson) gerade bei Kleinkindern international sehr schlecht da. Wenn in Schweden auf eine Betreuungsperson vier Kleinkinder kommen, so sind es in Wien acht.

Doch die ÖVP, allen voran Familienminister Mitterlehner, schlägt lieber einen teuren Steuerfreibetrag vor - Klientelpolitik pur im Wahlkampf, kein Ansatz von evidenzbasierter Politik.

Wenn man Familien ernsthaft helfen und wirklich Mut zum Kind machen wolle, dann müsse man Druck von ihnen nehmen. "Vor allem in Hinblick auf den täglichen Spagat, den Eltern von Kindern jeden Tag leisten, wäre die einzig richtige Maßnahme massiv in den Ausbau von qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung zu investieren", so Meinl-Reisinger abschließend.

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