Industrie: Reformen bei Familienleistungen wichtiger Schritt

IV-GS Neumayer: Geplante Investition in Kinderbetreuung stärkt Vereinbarkeit von Beruf und Familie - Brauchen bundeseinheitliche Rahmenbedingungen bei Kinderbetreuung

Wien (OTS/PdI) - "Wir begrüßen eine Reform der Familienleistungen", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer heute, Dienstag, zu den aktuellen Vorhaben der Bundesregierung. "Das System der Familienförderung muss optimiert werden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Frauenbeschäftigung zu fördern. Damit werden auch die Rahmenbedingungen für den familienfreundlichen Industriestandort Österreich verbessert. Diese Ziele sind ganz klar auch Ziele der Industrie", betonte Neumayer. Neben der Vereinfachung bei der Familienbeihilfe wird von der IV vor allem das Vorhaben unterstützt, jährlich 100 Mio. Euro in Kinderbetreuungsplätze zu investieren, um Öffnungszeiten und Gruppengrößen bei den Kinderbetreuungseinrichtungen zu verbessern sowie neue Plätze zu schaffen. "Erst wenn es ausreichend Plätze auch für Unter-3-Jährige gibt, wird das Ziel der Wahlfreiheit wirklich Realität", so der IV-Generalsekretär. "Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein zentrales gesellschaftliches und wirtschaftliches Zukunftsthema. Daher setzt sich die Industrie seit langem dafür ein, die Qualität der Kinderbetreuung zu erhöhen und Kindergärten und Krippen zu Kinderbildungseinrichtungen weiterzuentwickeln. Dafür braucht es aber auch bundeseinheitliche Rahmenbedingungen und Standards", erklärte Neumayer.

Trotz der grundsätzlichen Zustimmung zum neuen "Familienpaket" gebe es aber auch weiterhin Verbesserungsbedarf: Die steuerlichen Leistungen für Familien seien "unverändert und unübersichtlich". Die Mehrkosten von 300 Millionen Euro pro Jahr seien zu hoch und es müssen verstärkt Anreize für Frauenerwerbstätigkeit und Kinderbetreuung gesetzt werden. "Wir haben dafür ein neues Modell, den 'Kinderbildungsbonus' entwickelt. Diese steuerliche Leistung unterstützt alle Eltern, die in Kinderbildung und die eigene Erwerbstätigkeit investieren. Dieses Zukunftskonzept vereinfacht die komplizierten Steuerleistungen erheblich. Mit dem Kinderbildungsbonus würden auch finanzielle Mittel frei, die umgeschichtet werden können. Damit würde der FLAF nicht um 200 Millionen zusätzlich belastet und vorhandene Spielräume könnten für eine Entlastung des Faktors Arbeit genutzt werden", so der IV-Generalsekretär. Österreich sei bereits heute Spitzenreiter bei den Ausgaben für Geldleistungen für Familien, die aber ihre Wirkung weitgehend verfehlen würden. Einer Valorisierung der Familienbeihilfe stehe die Industrie daher sehr kritisch gegenüber. "Wir sehen diese familienpolitische Einigung zwischen den Regierungsparteien daher grundsätzlich positiv, jedoch auch Verbesserungsbedarf, vor allem auf der Finanzierungsseite", betonte der IV-Generalsekretär.

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