FSG-Katzian: "Ohne uns sähe dieses Land für ArbeitnehmerInnen schlechter aus"

Millionärssteuer und Verkürzung der Arbeitszeit bleiben auf der Agenda

Wien (OTS/FSG) - "Die Zeit fokussierter Unintelligenz hat offenbar wieder begonnen, wenn beispielsweise der Präsident der Wirtschaftskammer den Staat als Räuber bezeichnet oder wenn ein Herr Stronach sagt, er braucht keine Gewerkschaften. Er braucht sie ja wirklich nicht, die arbeitenden Menschen schon!", appellierte der Wiener Bürgermeister Michael Häupl heute in seinen Grußworten bei der Eröffnung der Bundesfraktionskonferenz der FSG (Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen) an die Delegierten, die Rechte der ArbeitnehmerInnen weiter mit vereinten Kräften zu verteidigen: "Das ist unsere gemeinsame Aufgabe aller Demokraten in diesem Land. Unsere zentrale Aufgabe ist es, in unser aller Interesse bei der Nationalratswahl so stark zu werden, dass man gegen uns nicht agieren kann!"++++

Er werde im Ausland oft gefragt, wie es in Österreich gelinge, die Arbeitslosenrate vergleichsweise niedrig zu halten, ergänzte der Klubobmann der SPÖ im Parlament, Josef Cap. Das sei natürlich ein Erfolg der von der Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft gesetzten Maßnahmen und des tragfähigen Sozialsystems. "Das lassen wir uns weder von der ÖVP mit ihrem Kaputtsparkurs noch von sonstjemandem zerstören", spielte auch Cap auf die Aussagen Stronachs zur Gewerkschaft an: "All dieser Ungeist gehört zurück in die Flasche, zugestoppelt und weg damit!"

"Wer Gewerkschaften auf den Müllhaufen der Geschichte schicken will, der gehört selbst auf den Müllhaufen der Gegenwart und der Zukunft!", sagte FSG-Vorsitzender Wolfgang Katzian: "Ohne uns sähe dieses Land für ArbeitnehmerInnen schlechter aus, es gäbe beispielsweise keine Solidarabgabe für SpitzenverdienerInnen, keine Vermögenszuwachssteuer, keine Verbesserungen für Leiharbeitskräfte und bei der Bildungskarenz sowie kein Lohn- und Sozialdumpinggesetz."

Eine Vermögenssteuer, wie die FSG sie fordert, würde gerade einmal sieben Prozent der österreichischen Haushalte treffen, so Katzan weiter: "Millionär wird man heutezutage nur durch erben oder durch die Arbeit anderer. Wenn die Finanzministerin meint, Millionäre gehören zum Mittelstand, dann besteuern wir eben diese Mittelstands-Millionäre!" Mehr als die Hälfte der ÖsterreicherInnen unterstütze diese Forderung laut einer aktuellen OGM-Umfrage. "Wir machen uns von dieser Konferenz aus auf den Weg, diese Forderung zu erreichen!"

"Wenn man über Verteilungsgerechtigkeit spricht, dann muss man auch dazu sagen, dass Arbeitszeit in Österreich ungleich verteilt ist. Mehr als zwei Drittel der ArbeitnehmerInnen leisten Überstunden, der ÖGB wird daher morgen die Arbeitsmarktabgabe für Dienstgeber von einem Euro pro geleisteter Überstunde beschließen. Ein notwendiger Schritt bleibt der Abbau unbezahlter Überstunden, das ist Lohnraub -nicht mit uns Gewerkschaften!" Auch die sechste Urlaubswoche für alle findet bei den ArbeitnehmerInnen große Zustimmung und bleibe selbstverständlich auf der Agenda der FSG, erklärte Katzian. Derzeit erreichen Frauen wesentlich seltener die dafür notwendigen 25 Jahre bei ein und demselben Dienstgeber, "eine leichtere Erreichbarkeit dieses gesetzlichen Anspruchs ist auch eine Frage von Geschlechtergerechtigkeit."

"Wir werden uns mit allen diesen Themen nicht nur im Wahlkampf auf den Weg machen und uns der Diskussion in den Betrieben und auf der Straße stellen. Wir sind das sachliche Gegengewicht im ausländerfeindlichen und menschenverachtenden Wahlkampf sein, der sich abzeichnet", kündigte FSG-Bundessekretär Willi Mernyi an. Die Themen und Forderungen der FSG im ÖGB sind seit heute auch auf Facebook zu finden http://www.facebook.com/fsg.oegb

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