Das Leid der vertriebenen Kinder/AVSIO

Dritter Präsident Graf lädt zu Veranstaltung in das Hohe Haus

Wien (PK) - Dem Gedenken an die großen Entbehrungen und das unsägliche Leid von Kindern, die mit ihren Eltern am und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus ihrer Heimat im heutigen Polen, aus der ehemaligen Tschechoslowakei oder dem ehemaligen Jugoslawien vertrieben wurden, gilt eine Veranstaltung unter dem Titel "Schicksalswege vertriebener Kinder", zu der der Dritte Präsident des Nationalrats Martin Graf heute Dienstag, dem 18. Juni, um 17 Uhr in das Abgeordneten-Sprechzimmer des Parlaments einlädt.

Unter den Millionen von Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg waren auch tausende Kinder, die von heute auf morgen ihr Heim verlassen und auf der Flucht oft schreckliche Gräueltaten mit ansehen mussten, die an ihren Familienmitgliedern begangen wurden. Nach der Ankunft in Österreich oder Deutschland war für die traumatisierten Kinder die Zeit der Erniedrigung meist nicht zu Ende. Untergebracht in Notunterkünften wurden sie auch hier viele Jahre lang als Außenseiter behandelt und litten an Hunger, Armut, Spott und Hohn. "Die grausamen Erlebnisse haben sich tief in ihre Seelen eingegraben und sie bis heute nicht wieder losgelassen", schreibt Präsident Graf in der Einladung zur heutigen Veranstaltung. Präsentiert wird das neu erschienene Buch "Kinder während der Vertreibung" aus der Feder von FPÖ-Abgeordneter Anneliese Kitzmüller und Martin Graf.

Das Programm sieht Vorträge des Zeitzeugen und Autors Ivan Ott ("Geraubte Kindheit") vor, der eigene Kindheitserlebnisse schildern wird: Flucht aus Ljubljana nach Kärnten, Auslieferung der Familie nach Jugoslawien, Tod der Eltern in einem Internierungslager, Leben unter katastrophalen Verhältnissen und Misshandlungen in jugoslawischen Kinderheimen. Der Kärntner Zeithistoriker Florian Rulitz wird über Kinderschicksale im Zusammenhang mit dem Massaker von Bleiburg im Jahr 1945 referieren.

Die Veranstaltung wird mit Grußworten der VertriebenensprecherInnen ausklingen. Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgt der Chor der Donauschwaben. (Schluss) red

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