Industrie für eine Entlastung des Faktors Arbeit

IV-GS Neumayer: "Abgabenkeil" reduzieren - Senkung der Arbeitszusatzkosten um 500 Mio. Euro - Beiträge der Unfallversicherung senken

Wien (OTS/PdI) - "Österreich braucht dringend eine Entlastung des 'Faktors Arbeit'. Das würde nicht nur den Österreicherinnen und Österreichern, sondern dem gesamten Industriestandort zugutekommen und fördert darüber hinaus die Beschäftigung", unterstrich der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der Pressekonferenz von Wirtschaftsbund-Präsident Dr. Christoph Leitl und ÖAAB-Bundesobfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner, heute Montag. "Eines unserer Hauptziele in Österreich muss es sein, den 'Abgabenkeil' spürbar zu reduzieren. Die Arbeitszusatzkosten, die Unternehmen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Fiskus und Sozialversicherung zahlen müssen, liegen deutlich über dem EU-Schnitt. Daher braucht es grundsätzlich eine Senkung der Arbeitszusatzkosten anstelle von zusätzlichen Leistungsausweitungen", so Neumayer. Die österreichische Abgabenquote liege derzeit bei 42 Prozent und damit 3,1 Prozent-Punkte über dem Schnitt der EU-17, sowie 3,6 Prozent über dem Schnitt der EU-27. Die hohen Arbeitszusatzkosten wirken wachstumshemmend, belasten Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Unternehmen, schwächen den Standort und kosten Arbeitsplätze. "Wir wollen, dass jeder Arbeitnehmerin und jedem Arbeitnehmer mehr Netto von dem, was der Arbeitgeber zahlt, in der Geldbörse übrig bleibt. Wenn Österreich nicht weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und den Wohlstand innerhalb des Landes erhalten will, braucht es keine neuen Steuern, sondern Strukturreformen", betonte der IV-Generalsekretär.

Die Industriellenvereinigung spricht sich nachdrücklich für eine unmittelbare Senkung der Arbeitszusatzkosten um 500 Mio. Euro aus. Finanzielle Spielräume für eine derartige Senkung bestünden derzeit insbesondere beim Unfallversicherungsbeitrag, beim Beitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF), beim Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) und beim Nachtschwerarbeitsbeitrag (NSchG). Nach der Gebarungsentwicklung des IEF ergibt sich unmittelbar ein Potenzial zur Senkung des Dienstgeberbeitrages. Der zu über 80 Prozent aus Dienstgeberbeiträgen finanzierte FLAF verzeichnet seit 2012 Überschüsse, die ab 2014 enorm ansteigen werden. Zudem sei der FLAF von gänzlich oder teilweise familienfremden Leistungen zu entlasten.

Besonderes Einsparungspotenzial gäbe es auch bei der AUVA, meinte Neumayer: "Die Zahl der Arbeitsunfälle konnte in den vergangenen 20 Jahren um rund 40 Prozent verringert werden, der Dienstgeberbeitrag zur Unfallversicherung (AUVA) ist jedoch unverändert hoch. Gleichzeitig steigt der Anteil der Freizeitunfälle am gesamten Unfallgeschehen kontinuierlich an. Drei Viertel aller Unfälle ereignen sich bereits in den Lebensbereichen Heim, Freizeit und Sport", betonte Neumayer. "Die gesetzliche Unfallversicherung ist für Arbeitsunfälle zuständig. Die Mittel der zur Gänze dienstgeberfinanzierten Unfallversicherung wird jedoch seit Jahren in zunehmendem Ausmaß für unfallversicherungsfremde Zwecke eingesetzt", so Neumayer. Die von Präsident Leitl in der heutigen Pressekonferenz angesprochene Herstellung der Kostenwahrheit durch Senkung der Unfallversicherungsbeiträge sei ein Schritt in die richtige Richtung".

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