Bayr: Land Grabbing bleibt Gefahr für Entwicklungsländer - keine Entwarnung bei G8-Gipfel

G8 sollen statt Ablenkmanövern Unternehmen in die Pflicht nehmen, die Menschenrechte einzuhalten

Wien (OTS/SK) - "Land Grabbing, also das Mieten oder Pachten von großen Ländereien durch Großinvestoren hat für die lokale Bevölkerung fast immer negative Auswirkungen", stellt Petra Bayr, Bereichssprecherin für globale Entwicklung der SPÖ, anlässlich des Treffens der G8 im nordirischen Erne fest. Bei dieser Gelegenheit wollen die G8 die "Initiative zur größeren Transparenz von Landgeschäften und -nutzung" präsentieren. Petra Bayr schließt sich sozialen Bewegungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen weltweit an, die diese Initiative ausdrücklich ablehnen. Transparentes Land Grabbing sei dennoch Land Grabbing und die Initiative lenke von tatsächlichen Problemen ab. "Für mehr Transparenz bei Land- und Ressourcenraub einzustehen, hört sich auf den ersten Blick gut an. Wir wissen aber, dass Landraub so nicht verhindert wird. Andere Mittel sind gefragt", stellt Bayr am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst fest. ****

Die G8 sollten Unternehmen mit Sitz in deren Ländern nicht nur dazu verpflichten, deren Verstrickungen in Land- und Ressourcengrabs offenzulegen, sondern diese auch für etwaige Verletzungen der Menschenrechte zur Rechenschaft ziehen, so in dem internationalem Statement der Protestierenden gegen diese Initiative. Die G8 seien demokratisch nicht legitimiert, um über Landnutzung und Ernährung weltweit zu entscheiden. Das geeignete Forum wäre der Welternährungsausschuss der Vereinten Nationen (CFS), dem auch die G8 angehören. Dieser hat im Mai vergangenen Jahres die "Guidelines on the Governance of Tenure of Land, Fisheries and Forests" nach einem langen und inklusiven Konsultationsprozess verabschiedet. Die Regierungen stehen nun in der Pflicht, diese umzusetzen, nicht eine Gegeninitiative aufzubauen. "Die Tenure Guidelines basieren auf den Menschenrechten und sichern die Rechte der KleinbäuerInnen, die über 70 Prozent der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgen. Deren Umsetzung ist prioritär", betont Bayr. Das Vorhaben der G8 sei ein Ablenkmanöver und diene daher nicht den Interessen der KleinbäuerInnen. (Schluss) bj/mp

Link zum Statement von FIAN und anderen NGOs:
http://www.fian.at/assets/Uploads/Statement-G8-Land-Transparency-Initiative-Final-EN.pdf

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