UNICEF: Angriffe und Drohungen gegen Schulen müssen aufhören!

Konflikte erzeugen beispiellose Gefahren für Kinderleben

Wien/New York (OTS) - Kinder in bewaffneten Konflikten sind heute beispiellosen Bedrohungen ausgesetzt. Darunter schwere Verstöße gegen die Kinderrechte wie Rekrutierung von Kindern, sexuelle Gewalt gegen Kinder, Tötung und Verstümmelung von Kindern und wiederkehrende Angriffe auf Krankenhäuser und Schulen.

Diese schweren Verstöße werden im neuesten Report des UN-Generalsekretärs über Kinder und bewaffnete Konflikte hervorgehoben. Der Bericht wurde heute in New York von der Sonderbeauftragten des Generalsekretärs für Kinder und bewaffnete Konflikte, Leila Zerrougui, vorgestellt.

Solche Verstöße müssen aufhören, sagte UNICEF heute.

Die anhaltende Tendenz, Schulen anzugreifen und für militärische Zwecke zu nutzen, ist besonders abscheulich. In Konflikten müssen Schulen sichere Ort sein, wo Kinder lernen und sich entwickeln können. Wo Kinder das Gefühl der Normalität erleben können - und zwar in einem Kontext, der alles nur nicht normal für Kinder ist.

Der Report beleuchtet Vorfälle in mehreren Ländern wo Schulen und Schulpersonal angegriffen wurden. Vorfälle, wo Schulen als Militärbaracken, Waffenlager, Kommandozentren, Gefängnisse, Feuerstellungen und Beobachtungsposten verwendet wurden. Diese Verstöße bedrohen das Leben der Kinder, verhindern ihr Recht auf Bildung und führen zu sinkenden Einschulungsraten und zu hohen Schulabbrecherquoten, vor allem unter Mädchen.

Einige Beispiele:

In Syrien sind die Kinder Bombardements, Raketenbeschuss und schwerem Luft-und Artilleriebeschuss ausgesetzt. Es wird auch vom tödlichen Einsatz von Autobomben neben Schulen berichtet. 167 MitarbeiterInnen, darunter 69 LehrerInnen, wurden bis Ende Februar 2013 getötet. 2.445 Schulen wurden beschädigt oder zerstört. In einigen Regionen besuchen die Kinder seit 18 Monaten keine Schule mehr.

In Afghanistan werden Schulen gezielt angegriffen. Es wird von Selbstmordanschlägen und improvisierten Sprengköpern berichtet, von niedergebrannten Schulen und von Entführung und Ermordung des Bildungspersonals. Weiters von Drohungen gegen LehrerInnen und SchülerInnen und von gewaltsamen Schließungen der Schulen.

Die Zahl der getöteten oder verletzten Kinder in Afghanistan ist im Steigen begriffen. Erst am 3. Juni 2013 tötete ein Selbstmordattentat neben einer Schule in der Provinz Paktia zehn Kinder und verletzte weitere sieben. In derselben Woche tötete ein Luftangriff der internationalen Streitkräfte drei Kinder und verletzte sieben weitere.

In Mali hatte die Übernahme des Norden durch bewaffnete Gruppen im Vorjahr verheerende Auswirkungen auf die Kinder. 115 Schulen wurden geplündert, beschädigt, zerbombt, für militärische Zwecke benützt oder vermint. 86 Prozent der SchülerInnen in Nordmali haben keinen Zugang zu Schulbildung (Stand Februar 2013).

Anlässlich des neuen Reports des UN-Generalsekretärs wiederholt UNICEF seine Forderung, dass alle Parteien bewaffneter Konflikte alles tun müssen, um die Sicherheit der Kinder und den Schutz ihrer Rechte zu gewährleisten.

Report zum Download auf www.unicef.at

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