Nikolaus Prinz: Schutz vor Naturgefahren muss hohen Stellenwert haben

Bürgermeister von St. Nikola schildert Hochwassersituation in Oberösterreich

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Als vom heurigen Hochwasser betroffener Bürgermeister schilderte heute, Mittwoch, ÖVP-Abg. Nikolaus Prinz im Plenum des Nationalrates die Folgen der Hochwasserkatastrophe in Oberösterreich. " Die realisierten Schutzmaßnahmen haben sich in den letzten Wochen bewährt", erinnert Prinz daran, dass in den letzten zehn Jahren rund zwei Milliarden Euro in Hochwasserschutzmaßnahmen in Österreich investiert wurden. Allein das Landwirtschaftsministerium hat seit 2005 rund 7.500 Projekte mit knapp 700 Millionen Euro realisiert. "Gerade weil es Hochwasseralarm jederzeit wieder geben kann, sind Schutzmaßnahmen so wichtig", fordert Prinz die zügige Umsetzung weiterer Maßnahmen. "Dafür braucht es meistens auch Grundinanspruchnahmen", setzt der ÖVP-Abgeordnete auf besonnene Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern statt rascher Enteignungsdrohungen. Um mehr Ausbreitungsraum für die Gewässer zu schaffen, schlägt Prinz Modelle wie beim Vertragsnaturschutz vor.

Die Gemeinde St. Nikola an der Donau ist Mitglied im Hochwasserschutzverband Donau-Machland. "Hier wurde in den letzten Jahren das größte Hochwasserschutzprojekt Europas umgesetzt und aufgrund der Initiative von LH Dr. Josef Pühringer und LHStv. Franz Hiesl wurde der Hochwasserschutz in der halben Bauzeit errichtet", schildert Prinz. Zudem besteht in St. Nikola ein alternativer Hochwasserschutz, d.h. im wesentlichen Hochsiedeln der Wohnräume anstelle von Dämmen und Mauern mit aufgesetzten Mobilelementen. Der Höchstwasserstand war in der Heimatgemeinde des Abgeordneten um circa 25 cm höher als im August 2002.

Landwirtschaftliche Schäden sehr hoch

Die Schäden in der Landwirtschaft sind durch das Hochwasser heuer wesentlich höher als vor elf Jahren. Waren im August 2002 viele Flächen bereits abgeerntet, sind die Kulturen heuer mitten in der Vegetation gewesen. "Viele Ackerkulturen sind damit zu 100 Prozent geschädigt", beziffert Prinz die betroffene landwirtschaftliche Nutzfläche in Oberösterreich mit ca. 10.500 Hektar. "Das ist ähnlich wie 2002, der geschätzte Schaden ist mit 15 Millionen Euro jedoch um 3,5 Millionen Euro höher als 2002", betont Prinz.

Allein im Bezirk Perg sind 2.000 Hektar Agrarfläche allein aufgrund von Schlammablagerungen total geschädigt. "Dieses Problem kann so nicht weitergehen. Die Schäden und Folgekosten durch Schlammablagerungen sind enorm", plädiert der ÖVP-Abgeordnete für regelmäßige Baggerungen, um die Millionen Kubikmeter Ablagerungen aus der Donau heraus zu holen. "Der Strompreis ist hoch genug, um das finanzieren zu können", erinnert Prinz an die enorme psychische, körperliche und finanzielle Belastung, die Hochwässer auf die betroffenen Menschen haben.

Dank an die Helfer!

"Es ist große Solidarität, das Zusammenrücken und die Gemeinschaft bei allen Beteiligten zu spüren gewesen", dankte Nikolaus Prinz allen Personen, die in dieser schweren Zeit der Bevölkerung geholfen haben:
von der Bezirkshauptmannschaft über die Gemeinden, der Machland-Damm-Betriebs-GesmbH, den Feuerwehren, dem Roten Kreuz, der Polizei und dem Bundesheer sowie allen freiwilligen Helferinnen und Helfern. "Denn die Arbeit in den Einsatzzentralen ist genauso wichtig und wertvoll wie die Vorbereitungs- bzw. Aufräumarbeiten in Häusern und auf Verkehrsflächen."
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK0009