Katzian/Bauer/Moser: "Meinungsfreiheit nicht kaputtsparen"

Volle Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen von ERT in Griechenland

Wien (OTS/ÖGB) - "Die Vorgangsweise, einen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender staatsstreichartig zuzusperren, wie das in der Nacht auf heute in Griechenland mit ERT- Radio und Fernsehen passiert ist, kann nur als Anschlag auf die Demokratie und die Meinungsfreiheit bezeichnet und keinesfalls widerstandslos hingenommen werden", sagen GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian, Franz C. Bauer, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp und Gerhard Moser, Zentralbetriebsratsvorsitzender des ORF.

"Presse- und Rundfunkfreiheit sind essenzielle Werte, umso trauriger ist es, dass sie gerade in Griechenland, jenem Land, das gerne als Wiege der Demokratie bezeichnet wird, per Gewaltakt kaputtgespart werden sollen."

In dieser Frage gehe es nicht nur um rund 2700 Kolleginnen und Kollegen, die buchstäblich über Nacht ihren Arbeitsplatz und damit ihre Lebensgrundlage verlieren sollen, sondern um eine demokratiepolitisch bedenkliche Vorgangsweise, die ihresgleichen sucht und gegen die in Europa zurecht heftig protestiert wird. Kein von EU, EZB, IWF verordneter und von der griechischen Regierung mitgetragener Sparkurs könne eine Entscheidung dieses Ausmaßes rechtfertigen. Die Journalistengewerkschaft und die GPA-djp schließen sich der Protestnote von Mogens Blicher-Bjerregard, dem Präsidenten der Europäischen Journalistenföderation (EFJ) an, in der es unter anderem heißt: "Diese Pläne sind absurd..... Die EFJ erinnert an die Empfehlung der hochrangigen Gruppe zur Freiheit und Vielfalt der Medien, die darauf hinweist, dass für die Meinungsvielfalt essenzielle Medien aus dem Staatshaushalt finanziert werden sollen."

"Volle Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen. Sie müssen ihren Kampf gegen die Pläne der griechischen Regierung, die Meinungsfreiheit kaputt zu sparen, nicht alleine führen! Ein wichtiges öffentlich-rechtliches Medium kurzfristigen wirtschaftlichen Überlegungen zu opfern, ist ein verhängnisvoller Fehler. Die vermeintliche Ersparnis für den griechischen Staat steht in keinem Verhältnis zum kulturellen Schaden, den die Schließung oder auch nur die Ausdünnung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Griechenland verursachen wird", so Katzian, Bauer und Moser abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Litsa Kalaitzis
Gewerkschaft der Privatangestellten,
Druck, Journalismus, Papier
Tel.: 05 0301-21553
Mobil.: +43 676 817 111 553
Email: litsa.kalaitzis@gpa-djp.at
Internet: www.gpa-djp.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002