US-Datenskandal: Ärzte warnen vor dem Missbrauch von Gesundheitsdaten

"Sind sie erst einmal in falsche Hände geraten, dann ist es leider meist zu spät"

Wien (OTS) - Anlässlich des Spionageskandals des US-Geheimdienstes NSA verweist Wiens Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres erneut auf seine massiven Sicherheitsbedenken hinsichtlich der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) und fordert "maximale Datensicherheit sowie die Möglichkeit der Datenlöschung" ein. ****

Bekanntlich sollen US-Behörden Internet-Kommunikationsdaten in bisher ungeahntem Ausmaß überwacht und auch auf Daten sozialer Netzwerke und E-Mails von großen Unternehmen wie Google und Facebook zugegriffen haben. Szekeres: "Der aktuelle Datenmissbrauchsskandal beweist, dass bei der Sammlung besonders heikler Daten immer die Gefahr von Missbrauch existiert."

Patientendaten unterliegen grundsätzlich der ärztlichen Verschwiegenheit. "Sobald Daten aber zukünftig im elektronischen Gesundheitsakt gespeichert sind, können Ärztinnen und Ärzte diese Verschwiegenheit nicht mehr zur Gänze garantieren." Das müsse dann das Gesundheitsministerium übernehmen, mahnt der Ärztekammerpräsident.

Die aktuelle Entwicklung in den USA sollte für das Ministerium jedenfalls Warnung genug sein, die Sicherheit von ELGA-Daten mit äußerster Dringlichkeit vor Einführung der elektronischen Gesundheitsakte im Jahr 2016 sicherzustellen, denn: "Sind Patientendaten erst einmal in falsche Hände geraten, dann ist es leider meist zu spät." Die Patienten würden dann den vollen Schaden zu tragen haben.

Gerade bei so heiklen Daten wie im Gesundheitsbereich gebe es eine Vielzahl an Interessenten, die Informationen missbräuchlich verwenden könnten. Szekeres: "Und niemand möchte, dass mit seinen Gesundheitsdaten möglicherweise Geschäftemacherei betrieben wird." Bei mehr als 100.000 vorgesehenen Zugriffsberechtigten gebe es ein "sehr, sehr großes Missbrauchsrisiko". (ssch)

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