Prammer würdigt verstorbenen Nationalratspräsidenten Rudolf Pöder

Pöders Verständnis von Politik ist Vermächtnis und Orientierung

Wien (PK) - Am Beginn der heutigen Nationalratssitzung gedachten die Abgeordneten im Rahmen einer Trauerminute des ehemaligen Nationalratspräsidenten Rudolf Pöder, der am vergangenen Sonntag im 89. Lebensjahr verstorben ist. Pöder bekleidete das Amt des Nationalratspräsidenten vom 28. Februar 1989 bis zum 5. November 1990.

In einem kurzen Überblick über sein berufliches und politisches Leben würdigte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer ihren Vorgänger als einen Menschen, der sich nicht nur als konsequenter Vertreter von ArbeitnehmerInneninteressen erwiesen, sondern sein Augenmerk auch auf Fragen der Sozial- und Familienpolitik gerichtet habe. Stets habe er dabei die gelebte Sozialpartnerschaft repräsentiert, sagte Prammer.

Auch nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik habe Pöder acht Jahre lang als Präsident des Österreichischen Pensionistenverbandes die Interessen der älteren Generation vertreten. Wegen seines öffentlichen Engagements sei Pöder auch vielfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich und mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Wien.

Für Prammer ist vor allem die Haltung des Menschen und Politikers Pöder vorbildhaft, was sie mit einem Zitat aus dessen Antrittsrede als Nationalratspräsident untermauerte. Darin habe er sein Verständnis von Politik formuliert und betont, dass Toleranz, Respekt vor der Meinung des Anderen und Konsensbereitschaft für ihn nicht nur ein Lippenbekenntniss seien. Pöder am 28. Februar 1989: "Es muss möglich sein, tragfähige Kompromisse und ein hohes Maß an Übereinstimmung zu erzielen. Diese Konsensbereitschaft schließt aber Gesinnungsfestigkeit und die Notwendigkeit der Mehrheitsbildung nicht aus, wenn sich diese zum reibungslosen Funktionieren der parlamentarischen Arbeit als notwendig erweist". (Zitat Ende)

"Diese Worte dürfen wir als Vermächtnis eines überzeugten Parlamentariers und aufrechten Demokraten verstehen", schloss Prammer ihre Würdigung. "Sie können uns in unserer Arbeit für Österreich und seine Menschen immer Orientierung sein".

Im Andenken an Pöder wird die schwarze Fahne auf dem Giebelmast des Mittelbaus des Parlamentsgebäudes während der drei Plenartage gehisst. Sie soll auch am Begräbnistag an Präsident Pöder erinnern. (Schluss) jan

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