625 Euro pro Jahr für Nachhilfe

AKNÖ: Mangel an schulischer Nachmittagsbetreuung belastet Geldbörsen der Eltern

Wien (OTS/AKNÖ) - Jeder fünfte niederösterreichische Haushalt mit Schulkindern nimmt im aktuellen Schuljahr bezahlte Nachhilfe in Anspruch. Allein in Niederösterreich geben Eltern über 21 Millionen dafür aus. Doch nicht alle können sich Nachhilfestunden für ihre Kinder leisten. Das zeigt das aktuelle Nachhilfemonitoring der AKNÖ. AKNÖ-Präsident Hermann Haneder fordert deshalb mehr ganztägige Schulangebote.

Es sind nicht nur die Kosten für Nachhilfestunden hoch, wie eine Erhebung der AKNÖ vor wenigen Wochen zeigte. Es ist auch die Nachfrage danach ungebrochen stark und Nachhilfe für viele Kinder in Niederösterreich fester Bestandteil ihrer Schulkarrieren. Jeder fünfte niederösterreichische Haushalt mit Schulkindern nimmt im aktuellen Schuljahr bezahlte Nachhilfe in Anspruch. Insgesamt werden dafür 21 Millionen Euro ausgegeben. Das ist zwar um rund eine Million Euro weniger als im Schuljahr davor. "Es wundert uns aber nicht, denn immer mehr Eltern können sich bezahlte Nachhilfe nicht leisten. Deshalb verlagert sich auch die Nachhilfe immer mehr ins private Umfeld", so AKNÖ-Bildungsexperte Günter Kastner. Im Schnitt geben niederösterreichische Familien für Nachhilfe 625 Euro im Jahr aus. Mehr als ein Viertel der Haushalte muss sogar 1.500 Euro und mehr zahlen. Bei den Nachhilfeausgaben pro Haushalt liegt Niederösterreich nach Wien und Vorarlberg damit an dritter Stelle. Und: Rund 40 Prozent der Haushalte fühlen sich durch Ausgaben für Nachhilfe finanziell stark belastet. "Vor allem einkommensschwache Haushalte sowie Alleinverdienerinnen und Alleinverdiener können Nachhilfe für ihre Kinder kaum bezahlen. Das verstärkt zusätzlich die Bildungsungerechtigkeit", kritisiert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.

Niederösterreich schwach bei schulischer Nachmittagsbetreuung

Vier von fünf Eltern in Niederösterreich müssen mit ihren Kindern den Schulstoff zu Hause üben - ein Drittel davon sogar täglich. Zeit, die stattdessen für gemeinsame Freizeitaktivitäten genutzt werden könnte. Zudem führt das gemeinsame Lernen immer wieder zu Ärger und Konflikten in der Familie. Hier macht sich der Mangel an geeigneter Nachmittagsbetreuung besonders stark bemerkbar. Während österreichweit beinahe jeder vierte Haushalt auf schulische Nachmittagsbetreuung zurückgreifen kann, sind es in Niederösterreich nur 18 Prozent.

Eltern wünschen Ausbau der Nachmittagsbetreuung

Die Eltern - und das zeigt die Studie auch - wünschen sich vor allem, dass den SchülerInnen der Lehrstoff im Unterricht verständlich vermittelt wird. Sie wollen kleinere Lerngruppen, ausreichend Zeit zum Üben und eine schulische Nachmittagsbetreuung mit individueller Förderung sowie mehr Förderunterricht. Die Ergebnisse der Studie sind für die AKNÖ ein klarer Auftrag an die Verantwortlichen. "An den Schulen muss es dringend mehr und zielgerichtete ganztägige Betreuungsangebote geben. Durch eine Ausweitung des Angebots an hochwertigen, ganztägigen Schulformen mit individueller Förderung könnten in Zukunft viele Schulkinder die Lernziele erreichen, ohne dass Eltern für teure Nachhilfe tief in die Taschen greifen oder daheim Lehrer spielen müssen", so das Fazit von AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.

Weitere Details der Studie finden Sie unter noe.arbeiterkammer.at/presse

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