Schennach: Aserbaidschan soll Lanzarote-Konvention gegen Kindesmissbrauch rasch unterzeichnen

SPÖ-Bundesrat eröffnet Konferenz gegen sexuellen Kindesmissbrauch in Baku

Wien (OTS/SK) - Auf der von SPÖ-Bundesrat Stefan Schennach gestern in Baku eröffneten Konferenz gegen sexuellen Kindesmissbrauch appellierte Schennach an Aserbaidschan, die Lanzarote-Konvention gegen Kindesmissbrauch so rasch wie möglich zu unterzeichnen und ratifizieren. Ziel dieser umfassenden und rechtsverbindlichen Konvention ist die Bekämpfung sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs von Kindern. "Kindesmissbrauch ist eines der schwersten Verbrechen überhaupt. Er muss öffentlich debattiert und darf nicht familiär oder gesellschaftlich verschwiegen werden. Um die betreffenden Institutionen und die Täter zu Verantwortung ziehen zu können, braucht es ein rasches Handeln in Gesetzgebung, Verwaltung und Politik", so Schennach am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst und weiter: "gesellschaftliches, familiäres, institutionelles oder religiöses Schweigen verlängert das Leid der Opfer." Aserbaidschan sei vor allem angesichts der Tatsache, dass im Jahr 2011 noch immer rund 5.000 minderjährige Mädchen im Alter von 14 und 15 Jahren verheiratet wurden, gefordert, dieses internationale Übereinkommen zu ratifizieren und umzusetzen. ****

Die Lanzarote-Konvention ist das erste internationale Übereinkommen, das strafrechtliche Maßnahmen fordert - unabhängig ob der Missbrauch zu Hause, in der Familie oder außerhalb davon stattfindet. "Zwangsverheiratung Minderjähriger ist eine Form des sexuellen Missbrauchs und muss verboten werden", betont Schennach. Grundsätzlich sei jegliche kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Prostitution, Pornographie, Cyber crime und Menschenhandel eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung und müsse als solche strafrechtlich verfolgt werden. Neben dem Problem der kommerziellen Ausbeutung seien es vor allem die Täter aus der eigenen Familie und nächster Umgebung, die Kinder zu Opfer werden lassen. "90 Prozent der Täter kommen aus der eigenen Familie, Nachbarschaft oder dem Erziehungsbereich - eine besonders schwierige Situation, in der die Opfer ganz schnell verstummen", sagt Schennach. In diesem Zusammenhang verweist Schennach auf die aktuelle "one in five" -Kampagne des Europarates, die zum Ziel hat, den Kampf gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder zu thematisieren und alle gesellschaftlichen Mittel zu mobilisieren, damit Kinder die Chance erhalten in einem sicheren Umfeld aufwachsen zu können. (Schluss) sn/rm/mp

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