Effekte von Produktionsverlagerungen auf die Innovationsaktivitäten von Unternehmen

FIW-Studie "The Effects of Production Offshoring on R&D and Innovation in the Home Country" ist als kostenloser Download unter http://fiw.ac.at erschienen.

Wien (OTS) -

Auslagerungen stärken Innovationskraft

Europäische Unternehmen haben in den letzten Jahrzehnten in beträchtlichem Umfang Produktionsaktivitäten ins Ausland verlagert. Eine aktuelle Studie des AIT Austrian Institute of Technology und des Management Centers Innsbruck (MCI) im Auftrag des BMWFJ untersucht die Auswirkungen dieser Verlagerungen für F&E und Innovation in den Herkunftsländern. Es zeigt sich, dass verlagernde Unternehmen mehr in Forschung und Entwicklung (F&E), Design und moderne Prozesstechnologien als nicht-auslagernde Firmen investieren. Verlagerungen von Produktionsaktivitäten ins Ausland schwächen also nicht die technologische Leistungsfähigkeit der Unternehmen im Inland.

Europäische Unternehmen verlagern Produktionsaktivitäten ins Ausland

Europäische Unternehmen haben in den letzten Jahrzehnten in beträchtlichem Umfang Produktionsaktivitäten ins Ausland, vorranging nach Mittel- und Osteuropa, China und anderen asiatischen Ländern verlagert. Vorrangiges Motiv dieser Verlagerungen waren Kosteneinsparungen. Eine aktuelle Studie des AIT Austrian Institute of Technology und des Management Centers Innsbruck (MCI) im Auftrag des BMWFJ untersucht die Auswirkungen dieser Verlagerungen für F&E und Innovationsaktivitäten von Firmen in den Herkunftsländern. Die Autoren analysierten dazu repräsentative Daten von über 3.000 Industrieunternehmen in sieben europäischen Ländern im Zeitraum 2007/2009. Dafür werden Unternehmen, die Produktionsaktivitäten im Zeitraum 1999/2006 verlagert haben mit Unternehmen ohne Verlagerungen verglichen.

Verlagernde Unternehmen investieren mehr in F&E und Innovation

Die Analyse zeigt, dass verlagernde Unternehmen mehr in Forschung und Entwicklung (F&E), Design und moderne Prozesstechnologien als nicht-verlagernde Firmen investieren. Unternehmen, die im Zeitraum 1999/2006 Produktionsaktivitäten ins Ausland verlagert haben, beschäftigen im Zeitraum 2007/2009 einen signifikant höheren Anteil ihres Personals in F&E und Design, führen signifikant häufiger neue Produkte am Markt ein, und investieren signifikant häufiger in moderne Prozesstechnologien wie Industrieroboter, CAD-CAM-Integration, Laserbearbeitung, moderne Warenwirtschaftssysteme oder Supply Chain Management-Systeme.

Produktionsverlagerungen sind Teil der Expansionsstrategie von Unternehmen

Die Ergebnisse zeigen, dass Auslagerungen keine passive Reaktion auf den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit, sondern vielmehr Teil der Expansionsstrategie vieler innovativer Unternehmen sind. Die Ergebnisse geben keine Hinweise, dass Firmen Kostenvorteile im Ausland als Ersatz für fehlende Innovationen im Inland suchen. Firmen spezialisieren sich im Zuge ihrer internationalen Expansion im Herkunftsland zunehmend auf wissens- und kapitalintensive Aktivitäten. Um die Vorteile aus der Internationalisierung voll nutzen zu können, müssen die Herkunftsländer deshalb besonderen Wert auf die Förderung von Ausbildung, F&E und Innovation legen.

Rückfragen bitte am 12. Juni 2013 von 9 bis 13 Uhr an

Bernhard Dachs, AIT Austrian Institute of Technology
Tel. (+43) 0 50 550 4563
E-Mail: bernhard.dachs@ait.ac.at

Bernd Ebersberger, Management Center Innsbruck (MCI)
Tel. (+43) 0 512 2070 - 3135
E-Mail: bernd.ebersberger@mci.edu

Der "Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft" (FIW) wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) im Rahmen der Internationalisierungsoffensive der Bundesregierung von drei Instituten Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw), Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Rechenzentrum (WSR) betrieben. Er bietet Zugang zu internationalen Außenwirtschafts-Datenbanken, eine Forschungsplattform und Informationen zu außenwirtschaftsrelevanten Themen.

Die FIW-Studien 2013/14 zeigen die Ergebnisse von den drei Themenbereichen "Trends und Auswirkungen von ausländischen Direktinvestitionen", "Österreichs "Trade in Value Added"" und "Analyse der österreichischen Warenverkehrsbilanz", die im Rahmen des "Forschungsschwerpunkts Internationale Wirtschaft" (FIW) 2012 vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) ausgeschrieben und aus Mitteln der Internationalisierungsoffensive finanziert wurden.

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