Lunacek: "EU-Mitgliedsstaten müssen mit sozialem Wohnbau auf Immobilienkrise reagieren"

Grüne: Angemessener Wohnraum für alle zu einem erschwinglichen Preis

Straßburg (OTS) - "Das Europäische Parlament hat heute die dringende Notwendigkeit von Maßnahmen gegen die langfristige Immobilienkrise in EU-Mitgliedsstaaten unterstrichen. Der Bericht meiner französischen Grünen-Kollegin Karima Delli ist ein klares politisches Signal und zeigt Wege, wie der soziale Wohnbau als ein Hebel zur Überwindung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Krise genutzt werden kann. Sozialer Wohnbau ist ein zentrales Steuerungselement, um einen Zugang zu leistbaren Wohnungen gerade Wirtschaftskrisenzeiten zu ermöglichen.
2010 waren 6 Prozent der Bevölkerung in der EU von Obdachlosigkeit betroffen; 18 Prozent lebten in überfüllten oder Substandard-Wohnungen und bei über 10 Prozent der Bevölkerung übersteigen die Wohnungskosten mehr als 40 Prozent ihres Einkommens. Sozialer Wohnungsbau ist eine wichtige Antwort des Staates auf den Ausfall des Immobilienmarktes. Dieser Bericht unterstreicht, dass das Recht auf Wohnraum ein Menschenrecht ist: EU-Regierungen haben die Pflicht angemessenem Wohnraum für alle zu einem erschwinglichen Preis zur Verfügung zu stellen", erklärt Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin der Grünen im Europaparlament und Europasprecherin der Grünen nach Abstimmung des Delli-Berichts "Sozialwohnungen in der Europäischen Union".

Lunacek: "Das Europaparlament verlangt mit Dellis Bericht außerdem, dass es endlich eine Definition für Energiearmut geben muss, und dass die EU-Regionalfonds noch viel stärker als bisher für Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien eingesetzt gehören. Nur genügend sozialer Wohnraum wird das Entstehen und Platzen von Immobilienblasen sowie die extremen Schwankungen der Immobilienzyklen abschwächen bzw eindämmen können. Das Recht auf Wohnen ist zu wichtig als dass man es allein den offensichtlichen Risiken des freien Marktes aussetzen darf. Der Delli-Bericht stellt klar, dass erschwinglicher Wohnraum eine soziale Investition in die Zukunft ist. Die Mitgliedsstaaten, inklusive Österreich, sind
jetzt gefordert, die Leitlinien dieses Berichts in nationalen Wohnraumprojekten umzusetzen."

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