Silhavy: Tourismus als Chance für den ländlichen Raum

SPÖ-Entschließungsantrag für ein Gesamtkonzept Tourismus im ländlichen Raum liegt vor

Wien (OTS/SK) - Während der österreichische Städtetourismus nach wie vor boomt, lässt der Tourismus in ländlichen Gebieten noch Entwicklungspotenzial erkennen. Der Trend zur Forcierung des ländlichen Raums als Tourismusdestination ist bereits in einigen europäischen Ländern zu sehen und soll nun auch in Österreich systematisch angegangen werden. Dies geht aus dem Entschließungsantrag für ein Gesamtkonzept Tourismus im ländlichen Raum hervor, den die SPÖ-Tourismussprecherin Heidrun Silhavy dem Koalitionspartner ÖVP vorgelegt hat. "Ich gehe davon aus, dass beide Bereiche, der ländliche Raum und der Tourismus, nicht nur der SPÖ, sondern auch der ÖVP wichtig sind. Daher mein Bemühen um eine einheitliche inhaltliche Basis", begründet die Tourismussprecherin der SPÖ ihren Vorstoß. ****

Der Antrag befasst sich mit den entscheidenden Faktoren, die für eine touristisches Gesamtkonzept im ländlichen Raum Relevant sind:
Grundlagen, Vernetzung, Kooperation, Arbeit und Beschäftigte, Infrastruktur, Förderungen und EU-Ebene.

Die inhaltliche Begründung für den Antrag umfasst mehrere Bereiche:
Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft ist nicht nur wichtige Arbeitgeberin für Österreichs Beschäftigte, sondern kann auch Antrieb für regionale Entwicklung und Infrastruktur sein. Dies stellt besonders für den ländlichen Raum, für die Gemeinden und für strukturschwache Gebiete eine große Chance dar, die unbedingt genutzt werden sollte. "Erfolgreicher Ganzjahrestourismus kann deutlich zur wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume beitragen sowie Arbeitsplätze schaffen und sichern", erklärt Silhavy.

Verbesserte Arbeitsbedingungen, gerechte Entlohnung und gute Infrastruktur

Tourismus zählt zu den zentralen Einkommensgeneratoren der österreichischen Wirtschaft. Bislang profitieren jedoch nicht alle in gleichem Ausmaß davon, denn Arbeitsplätze im Tourismus sind häufig Saisonarbeitsplätze mit niedrigem Qualifikationsniveau, unzureichender sozialer Absicherung und schlechten Arbeitsbedingungen. "Die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen für die im Tourismus Beschäftigten sowie ihre Absicherung auf hohem Niveau steht für uns an erster Stelle. Wir wollen sichere und nachhaltige Arbeitsplätze mit guten Arbeitsbedingungen und adäquater Entlohnung", so Silhavy.

Eine gut ausgebaute und nachhaltige Infrastruktur ist das Um und Auf sowohl für erfolgreichen Tourismus im ländlichen Raum als auch für ein erfülltes Leben auf dem Land. Das bedeutet jedoch nicht nur die gute, ökologische und barrierefreie Erreichbarkeit ländlicher Gebiete mit Bus und Bahn oder die Versorgung mit Breitbandverbindungen, sondern auch die Verfügbarkeit sozialer Dienstleistungen wie Altenpflege oder Kinderbetreuungsangebote - besonders auch für direkt im Tourismus Beschäftigte. "Der Mangel an solchen Angeboten trifft besonders Frauen, da so die Vereinbarkeit von Beruf und Familie drastisch erschwert wird", kritisiert Silhavy.

Durch eine Verbesserung dieser sozialen Infrastruktur - bspw. über Mittel der EU-Strukturfonds - können neue Arbeitsplätze geschaffen, zusätzliche Einkommen generiert und qualifizierte Arbeitskräfte und Kaufkraft in der Region gehalten werden. Davon profitieren nicht nur die klassischen touristischen Betriebe, sondern auch viele andere Unternehmen wie Handwerk, Handel, Gastronomie, Freizeiteinrichtungen usw. Eine dadurch verbesserte ländliche Infrastruktur und eine insgesamt gesteigerte Attraktivität der Regionen steigern die Lebensqualität auf dem Land und wirken der Abwanderung der Bevölkerung entgegen.

Von besonderer Bedeutung für eine erfolgreiche Entwicklung von Tourismus im ländlichen Raum sind Vernetzung und interkommunale Zusammenarbeit sowie die Kooperation zwischen verschiedenen Regionen. Tourismus- und Freizeitwirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft sollen sich als Partnerinnen bei der Belebung und Stärkung der Gemeinden und ländlicher Gebiete verstehen.

ÖVP verwässert den Entschließungsantrag für ein Gesamtkonzept Tourismus im ländlichen Raum

Tourismus ist eine Querschnittsmaterie, die ländlichen Regionen wirtschaftlich und infrastrukturell viel bringen kann und breites Entwicklungspotenzial birgt. "Daher sollte der Wirtschaftsminister in enger Abstimmung mit dem Landwirtschaftsminister ein Gesamtkonzept erarbeiten, das dringend nötig ist, um die wirtschafts-, verkehrs-, landwirtschafts- und umweltpolitischen Strategien zu bündeln", erklärt die Abgeordnete.

Ein Entwurf eines Entschließungsantrags mit den dargestellten Inhalten und Zielen wurde der ÖVP übermittelt. "Wir geben uns mit der verwässerten Variante des Antrages, den die ÖVP retourniert hat, nicht zufrieden. Dafür ist uns der ländliche Raum zu wichtig. Wir wollen mit dem Tourismuskonzept zu mehr Beschäftigung und Lebensqualität im ländlichen Raum beitragen und fordern die ÖVP auf, sich diesen vernünftigen Forderungen anzuschließen", so Silhavy. (Schluss) mis/mp

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