• 11.06.2013, 10:14:11
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Die innere Sicherheit von Aserbaidschan ist entscheidend für Europas Energiesicherheit, heißt es auf Wiener Konferenz

Wien (ots/PRNewswire) -

Aserbaidschan ist bereit, eine grössere Rolle in der langfristigen
Energiesicherheit Europas zu spielen, hat jedoch die internationale
Gemeinschaft daran erinnert, dass es im Gegenzug von Europa, seinem
grössten Energieabnehmer, ein geschärftes Bewusstsein für die
Sicherheitsprobleme im eigenen Land erwarte.

Auf der Konferenz in Wien mit dem Titel The Geopolitics of Azerbaijan
and European Energy Security (Die Geopolitik Aserbaidschans und die
europäische Energiesicherheit) sprachen am Montag aserbaidschanische
und europäische Politiker, Diplomaten und Experten der
internationalen Öl- und Gaswirtschaft. Es hiess, dass die seit der
Unabhängigkeit in die aserbaidschanische Infrastruktur investierten
60 Mrd. US-Dollar eine gute Investition gewesen seien, um die 2,6
Billionen Kubikmeter nachgewiesener Erdgasreserven zu fördern.

"Wir können noch wesentlich mehr bereitstellen", sagte Natig Aliyev,
Energieminister von Aserbaidschan.

Sein aserbaidschanischer Parlamentskollege Elkhan Suleymanov aber
warnte, dass die Stabilität, die diese Blütezeit erst möglich gemacht
habe, täglich durch einen Konflikt auf die Probe gestellt werde, den
die meisten Gasendkunden ignorieren - die seit 21 Jahren währende
Besetzung von Bergkarabach durch Armenien.

"Die durch diesen Krieg entstandenen finanziellen Schäden betragen
431,5 Mrd. US-Dollar", sagte er und zitierte damit eine 2012 in den
USA veröffentlichte Studie namens The Invasion of Azerbaijani Lands
(Die Invasion der aserbaidschanischen Region).

Er unterstrich ausserdem die neueste Bedrohung seiner Nation: den
baufälligen Sarsang-Stausee im von Armenien besetzten Bergkarabach.
Jüngsten Einschätzungen von Ingenieuren und Hydrologen zufolge drohen
dort katastrophale Schäden, und das schlechte gewartete Bauwerk ist
Saboteuren schutzlos ausgeliefert.

"Der Sarsang-Stausee befindet sich in einem äusserst kritischen
Zustand", sagte Suleymanov auf der Konferenz.

"Das Leben von 400.000 Menschen in sechs Provinzen in Aserbaidschan
ist in Gefahr."

Trotz einiger Resolutionen der UN, der parlamentarischen Versammlung
des Europarats, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in
Europa (OSZE) und des Europäischen Parlaments hält Armenien nach wie
vor 20 Prozent des aserbaidschanischen Territoriums besetzt.

Die andauernden Aggressionen in Bergkarabach "lassen sich nicht als
schlummernden Konflikt betrachten", so Professor Gerhard Mangott von
der Universität Innsbruck.

Der israelische Botschafter in Österreich, Aviv Shir-On, sagte, sein
Land und Aserbaidschan seien beide "kleine Nationen in einem
schwierigen Umfeld" und fügte hinzu: "Wir schätzen die Bemühungen von
Aserbaidschan in Sachen Handels- und Energiepolitik, ebenso wie seine
Aussenpolitik, bei der es sich um eine delikate Balance im Angesicht
internationaler und regionaler Organisationen handelt."

Die Veranstaltung unterstand der Leitung des früheren
österreichischen Kanzlers Alfred Gusenbauer, der sagte, Nationen
würden gerne Konflikte wie Bergkarabach ignorieren, da "der neueste
Konflikt zugleich der interessanteste Konflikt ist".

Er schloss mit einem Appell an die internationale Gemeinschaft, mehr
zu tun, um die armenische Besetzung des aserbaidschanischen
Territoriums zu beenden, sowohl aus humanitären Gründen als auch
unter Aspekten der Energiesicherheit.

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