Greenpeace: Nur Klimaschutz ist dauerhafter Hochwasserschutz

Internationale Energieagentur (IEA) mahnt Regierungen zu ambitionierter Klima- und Energiepolitik

Wien (OTS) - Der heute veröffentlichte Report der Internationalen Energieagentur (IEA) mahnt Regierungen, eine ambitionierte Klima- und Energiepolitik umzusetzen. Ansonsten drohe das Scheitern des Ziels, den globalen Temperaturanstieg auf zwei Grad einzudämmen. "Das verheerende Hochwasser hat gezeigt, dass der Klimawandel schon heute massive Schäden in Österreich anrichtet. Neben internationalen und europäischen Maßnahmen zum Klimaschutz müssen sich deshalb die Regierungen zu aktiver Klima- und Energiepolitik bekennen. Klimaschutz ist der einzig dauerhafte Hochwasserschutz", stellt Julia Kerschbaumsteiner, Klimasprecherin bei Greenpeace, klar.

Greenpeace drängt auf die rasche Umsetzung von Maßnahmen, mit denen der Klimawandel wirkungsvoll bekämpft werden kann. "Die Gefahren und auch die Kosten, die mit dem fortschreitenden Klimawandel verbunden sind, erlauben keine weiteren Verzögerungen", so die Klimasprecherin. So setzt sich Greenpeace für ein Paket ein, welches die Umsetzung der europäischen Klima- und Energieziele auf nationaler Ebene beinhaltet. Zudem brauche es ein klares Bekenntnis zur Notreparatur des Emissionshandelssystems, "der wichtigsten europäischen Klimaschutzmaßnahme des Jahres." Wie Greenpeace jüngst aufzeigte, will der EU-Abgeordnete Richard Seeber den Vorschlag der EU-Kommission, CO2-Zertifikate vom Markt zu nehmen und so den Preis für Verschmutzungsrechte wieder zu stabilisieren, verhindern. Seine Anträge im Umweltausschuss gleichen zum Teil wortident den Forderungen der Industrielobby. "Hier wird Lobbying-Politik entgegen dem europäischen Gemeinwohl betrieben. Was die Kassen der Industrie klingeln lässt, wird das Klima keineswegs schützen", kritisiert Kerschbaumsteiner.

Der Report der IEA warnt, dass zukünftig auch die Energieversorgungsunternehmen von den Folgen des Klimawandels betroffen sein werden. So etwa geraten Wasserkraftwerke durch zunehmende Hochwasser und lange Dürreperioden, wie sie vom Weltklimarat IPCC prognostiziert werden, zunehmend unter Druck. "Die CO2-Emissionen aus Kohlekraftwerken schaden dem Klima massiv und wirken sich direkt auf die Energieversorgung aus. Österreich muss deshalb die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aufbrechen. Wir brauchen die Energiewende, um in Zukunft eine sichere und nachhaltige Energieversorgung gewährleisten zu können. Die österreichischen Kohlekraftwerke müssen auslaufen", fordert Kerschbaumsteiner von der österreichischen Politik.

Die IEA unterstreicht in ihrem neuen Report die Notwendigkeit, die Erderwärmung auf unter zwei Grad einzudämmen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die verbleibenden Kohle-, Öl-, und Gasreserven im Boden verbleiben. "Derzeit sind 14 Großprojekte in China, Australien und der Arktis geplant. Gelangen allein diese Projekte zur Umsetzung, könnte dies den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur von sechs Grad bedeuten. Damit droht uns der Klima-Kollaps", schließt Kerschbaumsteiner.

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Julia Kerschbaumsteiner, Klimasprecherin Greenpeace, Tel.: +43 (0)664 857 4596
Florian Schweitzer, Pressesprecher Greenpeace, Tel.: +43 (0)664 612 6718

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