Versorgungssicherheit versus Störungen

Wien (OTS) -

Allgemeines zu Störungen

Die Energieversorgung des Großraums Wien mit über 2 Millionen Menschen ist im internationalen Vergleich vorbildhaft. Wien Energie Stromnetz versorgt die Kunden ca. 525.570 Minuten pro Jahr, nur etwa 30 Minuten pro Jahr und pro Einwohner fällt der Strom aus, das ist ein absoluter Spitzenwert.

Alle Leitungen von Wien Energie Stromnetz aneinander gereiht ergeben eine Länge von über 23.000 km. Das entspricht der Strecke von Sydney nach Wien und weiter nach Chicago. Stromkabel haben eine Lebensdauer von bis zu 80 Jahren. Die Region Wien entwickelt sich laufend weiter und neue Betriebe und Häuser benötigen Stromanschlüsse. Das bedeutet, dass bestehende Kabel umgelegt und gestückelt werden müssen und damit eine geringere Lebensdauer haben. Da auch Verbindungsmuffen eine geringere Lebensdauer als Stromleitungen haben werden die Kabel üblicherweise bereits nach 50 Jahren ausgetauscht.

Eine zuverlässige und wirtschaftliche Elektrizitätsversorgung stellt einen wichtigen Wirtschafts- und Wettbewerbsfaktor dar. Dementsprechend verantwortungsvoll wird mit dieser wichtigen Aufgabe umgegangen. Um die Versorgungsqualität zu sichern hat Wien Energie Stromnetz die Investitionen in den letzten Jahren deutlich erhöht. 2013 werden insgesamt etwa 180 Millionen Euro in das Stromnetz investiert.

Störungsursachen

Die Störungsursachen sind Beschädigungen durch Dritte z.B. bei Erdbauarbeiten oder durch unsachgemäßes Hantieren in der Nähe von Freileitungen (z.B. durch Kran oder LKW mit Ladebordwand). Weitere Gründe sind Umwelteinflüsse wie etwa Gewitter oder Überschwemmungen oder technische Defekte.

Sehr häufig wurde festgestellt, dass einige Zeit - manchmal mehrere Jahre - vor einer Störung an der Fehlerstelle eine Baustelle war. Die Vermutung liegt daher nahe, dass es sich um Spätfolgen von Bauarbeiten handelt. Da aber die Vorbeschädigung nicht nachweisbar ist gilt als Fehlerursache ein technischer Defekt.

Störungen sind nicht gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt. Häufungen treten meist bei großen Wetterveränderungen z.B. in der warmen Jahreszeit auf. Eine der Ursachen dürfte nach den Erfahrungen der letzten Jahre die Austrocknung des Bodens z.B. bei langanhaltenden Hitze- und Trockenperioden sein. Bereits vorbeschädigte Kabel können in vermehrtem Ausmaß zu diesem Zeitpunkt ausfallen.

Experten vermuten auch, dass der schnelle Lastwechsel durch Klimageräte die Stromleitungen extrem belastet und dadurch schneller altern lässt. Wenn Sie mit ihrem Auto von Wien nach Salzburg mit konstanter Geschwindigkeit fahren ist das auch motorschonender als ständige Beschleuningungswechsel.

Wien Energie Stromnetz wird in den nächsten Jahren wissenschaftliche Untersuchungen zu beiden Themen durchführen und auch Kabelherstellern diese Ergebnisse zukommen lassen um nachhaltig die sehr gute Versorgungssituation noch einmal zu verbessern.

Störungsbehebung

Zuallererst wird die Fehlerstelle gesucht. Meistens kann der Fehler weggeschaltet und die Kunden durch Umschaltungen im Stromnetz wieder versorgt werden. Wenn alle Kunden wieder versorgt sind, beginnen die Arbeiten für die eigentliche Behebung des Schadens. Davon merken aber die Kunden nichts mehr, außer eventuelle Lärmbelästigung durch die Aufgrabung.

"Üblicherweise ist die Störung für den Kunden nach ca. 1 bis 1 1/2 Stunden behoben", so Dipl.-Ing Reinhard Brehmer Geschäftsführer von Wien Energie Stromnetz. Brehmer weiter: "In der Störungsdauer ist natürlich auch die Anfahrt zur Störungsstelle enthalten. Manchmal ist in der Rush Hour das Vorwärtskommen trotz Blaulichteinsatz etwas mühsam. Insgesamt haben wir aber nicht nur die Dauer der einzelnen Störungen um etwa 20 Prozent sondern auch die gesamte Ausfallsdauer um etwa 30 Prozent seit 2007 senken können."

Brehmer. "Mit 3. Juni 2013 wurde der Störungsdienst weiter verbessert. Seitdem gibt es einen weiteren Störungswagen im 24 Stunden Dienst."

Spannungsebenen

380.000 V, 110.000 V ... Hochspannungsstörungen haben im Allgemeinen nur eine Auswirkung auf den Kunden: Durch eine kurzfristige (wenige Millisekunden) Spannungseinsenkung können Lampen flackern bzw. Computer möglicherweise nicht gesicherte Daten verlieren. Hochspannungsleitungen dienen zur verlustarmen Übertragung von sehr großen Leistungen über große Distanzen vergleichbar mit Autobahnen im Straßenverkehr.

10.000 V, 20.000 V ... betroffen von einer Mittelspannungs -Störung sind meist 500 bis 3.000 Haushalte. 99,7% bis 99,95% aller von Wien Energie Stromnetz versorgten Haushalte bemerken davon nichts. Durch das Mittelspannungs-Verteilnetz werden Verluste und Spannungsabfall bei der Stromverteilung gering gehalten. Vergleich mit Straßenverkehr: Bundesstraße, jeder Stau ist ein Ausfall!

230V/400V ... das ist jene Spannung mit welcher die Haushalte versorgt werden. Betroffen von einer Störung auf dieser Spannungsebene sind meistens 10 bis 100 Haushalte. Vergleich mit Straßenverkehr: Landesstraße

Auswirkungen auf Kunden

Stufe 1 ... Störung betrifft 1 Trafostation bzw. bis etwa 100 Haushalte (HH) oder 0,01% aller von Wien Energie Stromnetz (WES) versorgten HH (Größenordnung etwa 1 Häuserblock)

Stufe 2 ... 1-3 Kabel bzw. 101 - 5.000 HH oder 0,01 - 0,5% aller von WES versorgten HH (z.B. jeder 6. Bewohner von Wieden)

Stufe 3 ... 1/2 Umspannwerk bzw. 5.001 - 12.500 HH oder 0,5 -1,25% aller von WES versorgten HH (z.B. jeder 3. Bewohner von Margareten)

Stufe 4 ... 1 Umspannwerk bzw. 12.501 - 25.000 HH oder 1,25 - 2,5% aller von WES versorgten HH (z.B. jeder 3. Bewohner von Liesing)

Stufe 5 ... 3 Umspannwerke bzw. 25.001 - 75.000 HH oder 2,5 - 7,5% aller von WES versorgten HH (z.B. 2.Bezirk)

Stufe 6 ... 1 Netzgruppe bzw. 75.001 - 140.000HH oder 7,5 - 14% aller von WES versorgten HH (z.B. 9. und 10. Bezirk)

Stufe 7 ... 2 Netzgruppen bzw. 140.001 - 280.000 HH oder 14 - 28% aller von WES versorgten HH (z.B. Versorgungsgebiet nördlich der Donau)

Stufe 8 ... 3 Netzgruppen bzw. 280.001 - 420.000 HH oder 28 - 42% aller von WES versorgten HH (z.B. 10.-17.Bezirk)

Stufe 9 ... 4 Netzgruppen bzw. 420.001 - 560.000 HH oder 42 - 56% aller von WES versorgten HH (z.B. 13.-23.Bezirk)

Stufe 10 ... 5 Netzgruppen 560.001 - 700.000 HH bzw. 56 - 70% aller von WES versorgten HH (z.B. Wien südlich der Donau)

Stufe 11 ... 6 Netzgruppen 700.001 - 840.000 HH bzw. 70 - 84% aller von WES versorgten HH (z.B. Wien)

Stufe 12 ... Black out

Das letzte Black out im Versorgungsgebiet von Wien Energie Stromnetz war im Jahr 1986, also vor 27 Jahren. Seitdem gab es nur mehr Störungen der Stufe 1 bis maximal 4.

Rückfragen & Kontakt:

Christian Neubauer
Pressesprecher
Wien Energie Stromnetz GmbH
Mariannengasse 4-6, 1090 Wien
Telefon: +43 (0)1 90190-30305
christian.neubauer@wienenergie-stromnetz.at
www.wienenergie-stromnetz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WSP0001