Umweltdachverband & Kuratorium Wald fordern: Mehr Geld und Ökologie für unseren Wald!

- Woche des Waldes: Brandaktuelle Studie zu EU-Förderungen im Bereich Waldökologie in Österreich 2007-2013 präsentiert

Wien (OTS) - Verdopplung der ELER-Waldförderung von jährlich 42 Mio. Euro auf 80 Mio. Euro und neue Schwerpunktsetzungen in den so genannten unproduktiven Bereichen gefordert
- Die Studie mit Detailergebnissen:
http://www.umweltdachverband.at/publikationen/publikationen

Anlässlich der Weiterentwicklung des EU-Förderprogramms "Ländliche Entwicklung" für die Periode 2014-2020 haben der Umweltdachverband und das Kuratorium Wald eine Rückschau auf die waldökologischen Maßnahmen-Förderungen der beinahe abgelaufenen Periode 2007-2013 gehalten. Dabei wurde ein Vergleich der ökologisch relevanten Fördermittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zwischen Österreich und der gesamten EU gezogen. Im Rahmen der diesjährigen Woche des Waldes (10. bis 16. Juni) präsentieren der Umweltdachverband und das Kuratorium Wald diese brandaktuelle Studie, in der insbesondere eine Verdoppelung der ELER-Waldförderung von jährlich 42 Mio. Euro auf 80 Mio. Euro und neue Schwerpunktsetzungen in den so genannten unproduktiven Bereichen gefordert werden.

EU-Biodiversitätsstrategie 2020 in puncto Wald nicht auf Erfolgskurs

Mit etwa 250 Mio. Euro (ca. 3,2 % des Gesamtförderbudgets von 8 Mrd. Euro) kamen in Österreich im Zeitraum 2007 bis 2013 nur halb so viele Fördermittel dem Wald zugute als im EU-Schnitt (ca. 6,5 %) -trotz des hohen Waldanteils in Österreich. Besonders nicht-produktive Maßnahmen, die im öffentlichen Interesse liegen, sind in Österreich deutlich unterdotiert (Wohlfahrtswirkungen wie Bodenschutz, Hochwasserprävention, Gewässerschutz, Biodiversitätserhaltung durch Totholz, ökologischer Waldbau und Lebensraumschutz - inner- und außerhalb von Natura 2000-Gebieten). "Das Erreichen der Ziele der EU-Biodiversitätsstrategie 2020 im Wald ist durch die beschränkten zur Verfügung stehenden Mittel extrem unwahrscheinlich", erklärt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Kuratoriums Wald und ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.

Fördermittel für Forststraßen in der Förderperiode 2014 bis 2020 reduzieren

Produktive Maßnahmen hingegen, die im überwiegenden Interesse der Forstbetriebe liegen, sind in Österreich vergleichsweise hoch dotiert (Forststraßen, Technik, Waldbau), obwohl das heimische Forststraßennetz bereits dichter als im EU-Schnitt ist. "Fördermittel - insbesondere für den weiteren Ausbau der Forststraßen - müssen daher in der Förderperiode 2014 bis 2020 reduziert und zielgerichtet unter Einhaltung ökologischer Kriterien eingesetzt werden", fordert Heilingbrunner.

Umweltdachverband & Kuratorium Wald fordern: künftig verstärkt auf Ökologie setzen!

Für die zusätzlich geforderten und dringend notwendigen Wald-Fördermittel sind die Schwerpunkte insbesondere auf Maßnahmen zur Erreichung der EU-Biodiversitätsziele (jährlich 17 Mio. Euro), für Wald-Bildung (jährlich 12 Mio. Euro), zum Schutz vor Naturgefahren (jährlich 21 Mio. Euro) sowie für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie mit insgesamt 18 Millionen Euro jährlich zu setzen.

Im Detail geht es dabei um
- die Förderung ökologisch wertvoller Lebensräume und Arten (inner-und außerhalb von Natura 2000-Gebieten);
- die Erhöhung des Anteils von standortgerechten Waldgesellschaften (inner- und außerhalb von Natura 2000-Gebieten);
- den Schutz des Bodens und damit auch der Gewässer sowie den Schutz vor Naturgefahren (inkl. Hochwasserprävention!);
- die Verbesserung der ökologischen Weiterbildung der Fachleute sowie die Meinungsbildung der Öffentlichkeit.

"Angesichts der Dringlichkeit, die Ziele der EU-Biodiversitätsstrategie 2020 zu erreichen und angesichts der Brisanz der aktuellen Hochwasserereignisse fordern der Umweltdachverband und das Kuratorium Wald den Bund und die Landesregierungen dazu auf, diese Ergebnisse und Empfehlungen in ihrem Wirkungsbereich umzusetzen und sie in der kommenden Programmplanung im Interesse des österreichischen Waldes und der österreichischen Bevölkerung entsprechend zu verankern", appelliert Heilingbrunner abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Umweltdachverband
Dr.in Sylvia Steinbauer
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (++43-1)40113/21
sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at
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