Nachwuchs für die Königin der Au

Bundesforste und Naturschutzbund starten königliche Pflanzaktion in Auen-Schutzgebieten - 400 Schwarzpappeln als Geschenk zum 100-jährigen Bestehen des Naturschutzbundes

Wien/Purkersdorf (OTS) - Die Schwarzpappel - wegen ihres opulenten Wuchses auch als "Königin der Au" bezeichnet - steht im Zentrum einer gemeinsamen Pflanzaktion von Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) und Naturschutzbund anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Naturschutzorganisation. "Wir betreuen zahlreiche schützenswerte Auen-Gebiete in ganz Österreich wie zum Beispiel im Nationalpark Donau-Auen. Unsere Aufgabe ist es, diese sensiblen und artenreichen Auen-Landschaften auch für zukünftige Generationen zu erhalten", so Georg Erlacher, ÖBf-Vorstandssprecher, der auch selbst bei der ersten Pflanzaktion in der Nadelburger Au bei Wiener Neustadt (NÖ) zu Spaten und Schaufel griff. "Die katastrophalen Überschwemmungen der vergangenen Woche haben uns die Bedeutung stabiler und gesunder Auen wieder deutlich vor Augen geführt. Sie sind wesentliche Retentionsräume, die große Mengen an Wasser aufnehmen und zeitversetzt wieder ableiten können. Eine wichtige Funktion für den Hochwasserschutz", so Erlacher weiter. Auch Naturschutzbund-Präsident Roman Türk nahm vor Ort aktiv an der Pflanzaktion der ersten 100 Schwarzpappeln teil. "Die Schwarzpappel zählt zu den gefährdeten, autochthonen Arten in Au-Wäldern. Durch menschliche Eingriffe ins Auen-Ökosystem ist sie vielerorts von ihren angestammten Wuchsplätzen verdrängt worden. Wir wollen ihre wichtige Funktion für den gesamten Lebensraum und somit auch für unsere Gesellschaft wiederherstellen", begründet Türk die gemeinsame Initiative. Die Schwarzpappel-Pflanzaktion ist Teil der gemeinsamen Kooperation "Artenschutz und Lebensraumverbund", die 2013 das Schwerpunktthema Schutz und Erhalt von Auen-Ökosystemen hat.

Zum Geburtstag Schwarzpappeln für ausgewählte Auen-Schutzgebiete

Insgesamt werden in 4 ausgewählten Auen-Schutzgebieten in Niederösterreich (Nadelburger Au bei Wiener Neustadt), Oberösterreich und Salzburg (Auen entlang der Salzach) sowie in der Steiermark (Au im Einzugsgebiet von Salza und Enns) jeweils 100 junge Schwarzpappeln gepflanzt. Die Auen-Standorte werden anhand des im Auftrag des Lebensministeriums entwickelten Auen-Inventars, einer Übersicht aller schützenswerten Auen-Landschaften in Österreich, ausgewählt. Abgestimmt auf die Besonderheiten der Region werden nur Schwarzpappelpflanzen aus passenden Saatgutbeständen des Bundesamts für Wald gesetzt. So werden ausschließlich Jungbäume gepflanzt, die auch von Natur aus schon in der Region heimisch sind. "Mit der gemeinsamen Pflanzung von Schwarzpappeln in Auen-Gebieten wollen wir nicht nur einen weiteren Beitrag für die natürliche Vielfalt und Stabilität unserer Auen leisten, sondern gleichzeitig auch dem Naturschutzbund zu seinem 100-jährigen Bestehen und seinem unermüdlichen Einsatz für die Natur gratulieren", so Erlacher.

Schwarzpappel als "Königin der Au"

Die Schwarzpappel (lat. Populus nigra) ist eine für Auen-Landschaften typische Baumart und ihr natürliches Vorkommen ein Zeichen stabiler und gesunder Ökosysteme. Ihre imposante Größe - sie kann eine Höhe von über 30 Metern und einen Stammdurchmesser von bis zu zwei Metern erreichen - hat ihr den Beinamen "Königin der Au" eingetragen. Auen zählen zu den dynamischsten Lebensräumen, die geprägt durch das Element Wasser ständiger Veränderung unterliegen. Bei Überschwemmungen nehmen sie große Wassermengen langsam auf und geben sie zeitversetzt wieder an die Fließgewässer ab. Die Schwarzpappel hat sich an diese besonderen Bedingungen optimal angepasst und kann ein für Auen-Landschaften erstaunlich hohes Alter von bis zu 300 Jahren erreichen. Aufgrund ihrer Eigenschaften wird die Schwarzpappel gerne von ortstreuen Tieren wie z.B. Fledermäusen oder Störchen besiedelt. Ihre Höhe macht sie auch zum idealen Nistplatz für den bereits selten gewordenen Seeadler.

Bundesforste und Naturschutzbund im Einsatz für Auen-Ökosysteme

Der Schutz und Erhalt von Auen-Ökosystemen steht 2013 im Zentrum der aktuellen Kooperation "Artenschutz und Lebensraumverbund" von Bundesforsten und Naturschutzbund. Intakte Auen-Ökosysteme besitzen neben ihrer Bedeutung beim Hochwasserschutz eine Puffer- und Filterfunktion bei Schadstoffen, stellen einen wichtigen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten dar und haben darüber hinaus noch eine Rolle bei der Grundwasserneubildung, dem Klimaschutz oder als Raum für Erholungssuchende. In eigenen Workshops wurden von Experten der Bundesforste und des Naturschutzbundes zahlreiche Maßnahmen zum Schutz von Au-Gebieten auf Bundesforste-Flächen entwickelt. Zu einem sorgsamen Umgang mit Auen-Landschaften regt eine eigens entwickelte Website http://naturschutzbund.at/auen/auen/informationen.html an. Die Österreichischen Bundesforste und der Naturschutzbund engagieren sich seit dem Jahr 2000 in zahlreichen Projekten für die Erhaltung einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt.

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