Gefährliche Biene Maja: Insektengift-Allergie ernst nehmen

Durchschnittliche Bienen- und Wespensaison erwartet

Wien (OTS) - Die Bienenflugsaison ist wieder eröffnet! Dieses Jahr wird eine eher durchschnittliche Bienen- und Wespensaison erwartet. Dennoch gilt für Allergiker höchste Vorsicht. Für Menschen, die auf dieses Gift allergisch reagieren, kann schon ein einziger Stich lebensbedrohliche Folgen haben. Deshalb sollten Allergiker in der warmen Jahreszeit immer ihre Notfallmedikamente, v.a. Adrenalin, mit dabei haben. Die Behandlung mit der spezifischen Immuntherapie (SIT) bietet darüber hinaus langfristigen und nahezu 100%-igen Schutz vor der gefährlichen allergischen Überreaktion des Körpers. Infos & Tipps auf www.initiative-insektengift.at

"Der heurige Winter war sehr lang und für die Entwicklung der Insekten ungünstig", erklärt der Zoologe Univ.-Prof. Dr. Karl Crailsheim von der Universität Graz. "Der durchschnittlich guten Überwinterung von Bienenvölkern folgt ein später, langsamer Populationsaufbau." Auch Wespen beginnen heuer einige Wochen später mit der Koloniegründung und haben damit eine geringere Anzahl an Nachkommen. "Sollten Streuobstwiesen heuer schlecht von Bienen bestäubt werden können, wird es dazu im Spätsommer auch kein übermäßig reichliches Angebot an Fallobst für die Wespen geben. Das Wespenjahr wird dann insgesamt ein eher durchschnittliches sein." Trotzdem warnt der Zoologe: "Wie immer sollten Gebieten mit hoher Wespendichte gemieden werden. Bienen in Mitteleuropa sind außerhalb ihres Stockareals selten aggressiv und stechen nur, wenn sie unmittelbar bedroht werden."

Kleiner Stich mit schweren Folgen

Eine Insektengift-Allergie ist nicht harmlos! "Hunderte Österreicher werden jeden Sommer in Notaufnahmen versorgt und einige sterben auch an den Folgen eines Insektenstiches", betont Priv.-Doz. Mag. Dr. Stefan Wöhrl vom Floridsdorfer Allergiezentrum in Wien. "Von einer Allergie spricht man, wenn das Immunsystem das Insektengift irrtümlich als gefährlich einstuft und es massiv abwehrt. Dabei reicht bereits ein einziger Stich einer Honigbiene oder Wespe, selten auch einer Hornisse und Hummel aus." Bei einer milden Allergie rötet sich die Einstichstelle und breitet sich auf mehr als 10 cm aus. Die Haut schmerzt und juckt. Es ist bereits Vorsicht geboten, denn die allergischen Beschwerden können sich in Sekundenschnelle verändern und ausbreiten: "Weitere Warnzeichen sind ein juckender Nesselausschlag am ganzen Körper, Unwohlsein, Gesichts- und Lippenschwellung, Schwindel, Blutdruckabfall, Übelkeit und anschließendem Brechreiz. Atemnot, Erbrechen, Durchfall bis hin zum Kreislaufkollaps können folgen", so Wöhrl. "Die schlimmste Auswirkung ist der so genannte anaphylaktische Schock, der zu Bewusstlosigkeit und lebensbedrohlichem Atem- und Kreislaufstillstand führt. Ohne sofortige Notfallversorgung kann dieser Vorfall tödlich enden!"

Nur jeder Fünfte geht zum Arzt!

Besorgniserregend ist, dass trotz Lebensgefahr 80% der Allergiker die Beschwerden nicht vom Arzt abklären lassen. "Um einen möglichen allergischen Schock zu verhindern, sollte in jedem Fall einer allergischen Reaktion ein allergologisch versierter Arzt aufgesucht werden!", betont der Experte. "Eine Insektengift-Allergie darf nicht unterschätzt werden! Von Mal zu Mal kann die allergische Reaktion heftiger ausfallen."

Allergie-Impfung gibt sicheren Schutz

Dabei ist die bei weitem gefährlichste Form der Allergie am besten behandelbar: Wöhrl: "So gefährlich eine Insektengift-Allergie auch ist, sie ist gleichzeitig jene Allergieform, die durch eine entsprechende Therapie sehr erfolgreich behandelt werden kann." Die sogenannte spezifische Immuntherapie (auch unter den Bezeichnungen Allergie-Impfung und Hyposensibilisierung bekannt) ist eine sichere Schutzmaßnahme, die vor lebensgefährlichen allergischen Reaktionen bewahrt und von der Weltgesundheitsorganisation WHO auch ausdrücklich empfohlen wird. Sie zielt nachhaltig darauf ab, den Körper an das Insektengift zu gewöhnen. Die Erfolgsquote liegt bei fast 100%. "Kaum eine andere lebensbedrohliche Krankheit kann so effektiv behandelt werden", zeigt sich Wöhrl überzeugt. Die Behandlung wird von den Krankenkassen bezahlt.

Adrenalin kann Leben retten

Beim Arzt erhalten Insektengift-Allergiker auch ein Set an Notfallmedikamenten wie Adrenalin, Kortison und ein Antihistaminikum, das sie stets bei sich tragen und dessen Einsatz sie regelmäßig trainieren sollten. Kortison und Antihistaminikum wirken entzündungshemmend bzw. antiallergisch und abschwellend, sind aber auf keinen Fall ausreichend, eine schwere allergische Reaktion zu verhindern. "Adrenalin ist das einzige lebensrettende Medikament. Es wirkt Kreislauf stabilisierend und kann dadurch gefährliche Schock-Reaktionen verhindern", informiert Allergie-Experte Wöhrl. Adrenalin ist als praktischer Autoinjektor verfügbar und kann damit von den Patienten, auch in der stressigen Ausnahmesituation, selbst verabreicht werden.

www.initiative-insektengift.at

Auf der Webseite www.initiative-insektengift.at erhalten Betroffene unter dem Motto "Sicher durch den Sommer" umfassende Information über Warnzeichen, Vorbeugung, Behandlung und richtiges Verhalten im Notfall sowie Tipps und Hilfestellung. Die "Initiative Insektengift-Allergie" wurde 2009 vom auf Diagnostik und Therapie allergischer Erkrankungen spezialisierten Pharmaunternehmen ALK-Abelló ins Leben gerufen. Gemeinsam mit einem medizinischen Beirat, bestehend aus hochrangigen österreichischen, deutschen und Schweizer Allergie-Experten, wird über die Gefährlichkeit einer Insektengift-Allergie und über die gute Behandelbarkeit informiert.

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Elisabeth Leeb
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