Umfrage Coller Capital: LPs bestätigen Stellenwert von Private Equity in ihren Anlageportfolios trotz Zweifeln in den eigenen Reihen

London (ots) -

- Drei Viertel aller LPs sehen in den nächsten 2-3 Jahren attraktive PE-Anlagemöglichkeiten in Europa

- GPs sind nach Angaben von Investoren dabei, die Betriebsabläufe ihrer Portfoliounternehmen konkret zu verbessern

- Die Hälfte der LPs haben Anlagen in Private Debt-Fonds vorgesehen

- Viele LPs stoßen im eigenen Haus bei einflussreichen Kollegen auf eine Ablehnung von Private Equity

Fünf Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise sind Investoren (Limited Partners, LPs) überzeugt, dass sich die Kernelemente des Private Equity-Modells bewährt haben. Entsprechend groß ist ihre Zuversicht, dass Private Equity (PE) im Zuge der einsetzenden Erholung gute Anlagemöglichkeiten bietet - so das jüngste Global Private Equity Barometer von Coller Capital.

Trotz der Krise melden nahezu zwei Drittel (63%) der LPs nach wie vor Nettorenditen für ihre PE-Portfolios von 11-15% oder sogar darüber. Zwei Drittel der Investoren geben an, dass die Private Equity-Fondsmanager (General Partners, GPs) in den letzten Jahren für eine erhebliche Verbesserung der Betriebsabläufe in ihren Portfoliounternehmen gesorgt haben (fast alle LPs sind der Ansicht, dass die GPs ihre Unternehmen zumindest ansatzweise aufgewertet haben). Und nahezu alle LPs (86%) sind der Meinung, dass sich die Beteiligung am gesamten Fondsgewinn (Carried Interest) als effektiver Leistungsanreiz für die PE-Fondsmanager erwiesen hat.

Generell ist das Vertrauen in die Anlageklasse ungebrochen. Die Anzahl der LPs, die eine Erhöhung ihrer Zielallokation für Private Equity beabsichtigen (25%), ist höher als die der LPs, die eine Verringerung planen (14%). Allerdings berichten über 40% der gemeinnützigen Stiftungen - und über ein Drittel der Pensionskassen -, dass es bei ihnen im Haus einflussreiche Entscheidungsträger gibt, die sich für eine Reduzierung oder sogar das Herausnehmen der Private Equity-Positionen stark machen.

"Private Equity hat seinen Platz als wichtiges Element in der Portfoliomischung institutioneller Anleger seit der Krise behauptet," erklärt Jeremy Coller, CIO von Coller Capital. "Allerdings wäre es falsch, darauf mit Selbstzufriedenheit zu reagieren. Da in den LP-Organisationen selbst und zudem in den oberen Rängen durchaus Skepsis herrscht, muss die Branche ihre Leistungsfähigkeit auch in Zukunft stets neu unter Beweis stellen."

Michael Schad, Partner bei Coller Capital, meint zum deutschsprachigen Markt: "Trotz der ökonomischen und politischen Probleme in Europa sind LPs vorsichtig optimistisch für Private Equity-Investments in der Region. Allerdings bleiben LPs selektiv in Bezug auf die Regionen und die Partner mit denen sie investieren, wobei Nordeuropa von LPs bevorzugt wird."

Anlagefokus und Erwartungen der Limited Partners

Das Barometer gibt Einblick in die aktuelle Haltung institutioneller Investoren gegenüber Europa, den PE-Schwellenländern und Kreditanlagen:

- Drei Viertel der LPs gehen davon aus, dass Umstrukturierungen in Europa in den nächsten Jahren für gute Opportunitäten sorgen werden, wobei die meisten (63%) allerdings der Ansicht sind, dass diese auf bestimmte Teile Europas, insbesondere den Norden, beschränkt sein werden.

- Ein Drittel der LPs planen in den nächsten 12 Monaten ein verstärktes Engagement in Kreditanlagen, wobei die Hälfte der LPs entweder bereits in Private Debt-Fonds (von denen es vor 2009 kaum eine Handvoll gab) investiert haben oder ein solches Engagement in Erwägung ziehen.

- Corporate Disposals, Secondary Buyouts und Unternehmerverkäufe dürften in den nächsten Jahren sämtlich mit guten Private Equity-Opportunitäten in Europa und Nordamerika aufwarten. Mehr als die Hälfte (58%) aller LPs setzen ihre Erwartungen außerdem in Konkurse und "Chapter 11"-Insolvenzanträge und die daraus erwachsenden PE-Anlagemöglichkeiten.

- Jeder fünfte LP sieht in den nächsten Jahren attraktive PE-Opportunitäten in Nahost und Nordafrika voraus.

- Was die Märkte Asiens betrifft, so geben LPs an, ein größeres Engagement in Indonesien und Malaysia anzustreben.

Auf einigen Gebieten wollen die Investoren jedoch Vorsicht walten lassen:

- 88% der LPs berichten, dass sie in den nächsten 2-3 Jahren keine Beschleunigung ihrer Engagements in großen Buyout-Fonds planen.

- Über zwei Drittel der LPs sehen die von börsennotierten GPs aufgesetzten Private Equity-Fonds als weniger attraktiv an als die von privaten Fondsmanagern.

- Und 87% der Investoren sind der Überzeugung, dass ein Überschuss an verfügbarem Kapital die Einstandspreise für Private Equity aufbläht - wobei allerdings nur ein Viertel der LPs diesen Effekt für erheblich hält.

PE-Anlageumfeld

Nahezu ein Drittel (30%) der Investoren hat das Tempo ihrer neuen Fondsengagements in Folge einer Verlangsamung der Anlagetätigkeit und Ausschüttungen seitens der GPs bereits gedrosselt, doch berichtet die Mehrheit (66%), bislang noch ohne Korrekturmaßnahmen ausgekommen zu sein.

81% der PE-Investoren gehen davon aus, dass die umfangreichen Barbestände der Unternehmen in den nächsten 2-3 Jahren überwiegend in M&A-Aktivitäten fließen werden. Im Vergleich dazu sind 67% der LPs der Ansicht, dass Unternehmen ihre verfügbaren Mittel halten werden, 56% glauben, dass sie sie an die Aktionäre ausschütten, und nur 44% erwarten, dass die Unternehmen sie in ihr eigenes Geschäft investieren werden.

Hinweise für Journalisten:

LPs (Limited Partners) sind Anleger in Private-Equity-Fonds. GPs (General Partners) sind Manager von Private-Equity-Fonds. Das Global Private Equity Barometer von Coller Capital ist eine einzigartige Momentaufnahme der weltweiten Trends in Private Equity. Es bietet einen zweimal jährlich erscheinenden Überblick über die Pläne und Meinungen von institutionellen Private-Equity-Anlegern aus Nordamerika, Europa und dem Asien-Pazifik-Raum (inkl. Mittleren Osten).

Das aktuelle Barometer erfasste im Frühjahr 2013 die Ansichten von 140 Private-Equity-Anlegern aus der ganzen Welt. Seine Ergebnisse sind im globalen Maßstab für die LP-Gesamtheit repräsentativ bezüglich Standort der Anleger, Art der Investoren, gesamtes Fondsvolumen und Umfang der Erfahrung mit Private-Equity-Investments.

Über Coller Capital

Coller Capital, gegründet 1990, ist weltweit als Investor auf dem Sekundärmarkt für Private Equity führend - beim Erwerb von Anteilen an Private-Equity-Fonds (Wagniskapital, Buyout und Mezzanine) von den ursprünglichen Erstanlegern und der Übernahme von Unternehmensportfolios von Eigentümern oder Geldgebern von Unternehmen. Der Umfang der Einzelinvestitionen von Coller Capital bewegt sich im Bereich von 1 Million bis über 1 Milliarde US-Dollar.

Coller Capital steht für die Entwicklung des Private-Equity-Sekundärmarktes insgesamt. Im Jahr 1994 legte das Unternehmen den ersten europäischen und 1998 den ersten globalen Sekundärmarktfonds auf. Coller Capital war zudem für viele der bedeutenden Transaktionen in der Branche verantwortlich. Dazu gehörten der Kauf des Private-Equity-Portfolios von NatWest für 1 Milliarde US-Dollar von der Royal Bank of Scotland, der erste bedeutende Erwerb eines Wagniskapitalportfolios von Lucent's Bell Labs und der Kauf des Portfolios von Abbey National über 900 Millionen US-Dollar.

Zu den jüngsten Transaktionen des Unternehmens gehören der Erwerb des integrierten Finanzportfolios der Bank of Scotland von der Lloyds Banking Group und Crédit Agricole.

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