Vorrang für wirtschaftsverträgliche Wege zum Klimaschutz-Ziel im Verkehr

WKÖ-Veranstaltung zum "Sektorziel Verkehr": Aerodynamische Lkw und Busse sind Schritt zu umweltfreundlicherem Straßenverkehr

Wien (OTS/PWK382) - Wie lässt sich der CO2-Ausstoß am Verkehrssektor minimieren, wenn der Bedarf an Mobilität steigt? Wie können Klimaschutz-Ziele wirtschaftsverträglich realisiert werden? Diese Fragen diskutierten am Dienstagnachmittag hochrangige Experten und Unternehmensvertreter im Rahmen der Veranstaltung "Verkehr & Umwelt, Klimaschutz 2020 - Sektorziel Verkehr" in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Für die unterschiedlichen Verkehrsträger ergeben sich aus neuen Technologien verschiedene Möglichkeiten, wie Erik Wolf, Geschäftsführer der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ, erläuterte: "Die Wirtschaft bekennt sich zur Wahlfreiheit im Mobilitätsmix. Denn ein cleverer Verkehrsträgermix verbessert die CO2-Bilanz und senkt Kosten. Der Gesamtverkehrsplan des Verkehrsministeriums ist ein positiver Ansatz, Verkehre bei steigendem Mobilitätsbedürfnis nachhaltig abzuwickeln. Daraus soll jedoch ein Masterplan mit einem attraktiven Verkehrskonzept der Zukunft werden, an dem wir als WKÖ intensiv mitarbeiten wollen", betonte Wolf.

Jeder dritte Diesel-Lkw und -Bus schon jetzt in EURO6-Norm
Im Gewerblichen Verkehr ist die Fuhrparkerneuerung voll im Gange. 16.000 heimische Fahrzeuge fahren bereits mit alternativen Antrieben oder mit reinen Biokraftstoffen, drei Viertel davon in heimischen Unternehmen. Jeder fünfte Stadtbus ist alternativ unterwegs. Bei Lkw verdoppelte sich das Tempo der Flottendurchdringung mit alternativen Fahrzeugen innerhalb von zwei Jahren, wobei Elektrofahrzeuge und Erdgastransporter besonders zulegten. Pkw mit Alternativantrieb stiegen im Bestand 2012 um 30 Prozent. Die Zahl der Elektro-Pkw erhöhte sich um 400 Fahrzeuge auf 1400 Stück, darunter auch E-Taxis und erste E-Fahrschulfahrzeuge. Wolf: "Damit steuert die Wirtschaft erfolgreich wichtige Beiträge zum Klimaschutz bei. Wirtschaft und Umweltverträglichkeit sind hier auf derselben Seite der Medaille".

Auch bei konventionellen Antrieben wird der Fuhrpark laufend modernisiert. Bei Diesel-Lkw und -Bussen erfüllt derzeit schon jedes dritte Fahrzeug, das neu zugelassen wird, den sehr strengen EU-Abgasstandard EURO 6, obwohl dieser erst ab 1. Jänner 2014 verpflichtend ist. Der Partikelausstoß beträgt ein Hundertstel des derzeit geltenden Standes der Technik, das heißt der Abgasnorm EURO 5. Die neue Fahrzeuggeneration reduziert den Ausstoß der Stickoxide um weitere 80 Prozent. Seit 20 Jahren konnten die Emissionen am Auspuff um mehr als 97 Prozent gesenkt werden.

WKÖ für bundesweite Förderung
Um eine noch raschere Flottenerneuerung zu ermöglichen, sollte eine bundesweite Förderaktion für Fahrzeuginvestitionen eingerichtet werden, die die beachtlichen Mehrkosten für die Betriebe abfedern, forderte Wolf. Auf der Langstrecke im Güterverkehr und Busfernverkehr bleibe der konventionelle Dieselverbrennungsmotor derzeit zwar weiter ungeschlagen. Erdgas könnte jedoch demnächst ein interessanter Ersatz für Diesel im Schwerlastverkehr und in der Binnenschifffahrt sein.

Der Einsatz neuer aerodynamischer Lkw, wie von der EU-Kommission vorgeschlagen, sowie die leichte Erhöhung der Gewichtsgrenzen für mittelgroße Bussen und Lkw, um Gewichtsverluste durch Elektrobatterien und steigende Gepäck- und Passagiergewichte zu kompensieren, wären wichtige Schritte, forderte Wolf zudem Nachbesserungen bei den geplanten Änderungen der EU-Richtlinie. "Diese wichtigen Forderungen der Wirtschaft dürfen nicht der emotionalen Diskussion über Lang-Lkw und 60 Tonnen-Fahrzeuge zum Opfer fallen", warnte Wolf.

Win-Win-Situation für Umwelt und Geldbörse
Mit überschaubaren Investitionen in den Bereichen Fahrertraining, Fahrzeugtechnik, Reifen und Telematik lässt sich rund ein Viertel der Spritkosten einsparen. Die Ausgaben für ein Modern Driving-Training sind nach gut einem Monat durch den eingesparten Kraftstoff eingespielt. "So entstehen Win-Win-Situationen für Umwelt und Geldbörse der Betriebe.
Erhebliche Einsparungen brächte aber auch die Beseitigung von unkoordinierten Fahrverboten. Die dadurch ausgelösten Umwegverkehre erhöhen zudem den Ausstoß von Treibhausgasen um bis zu einer halben Million Tonnen pro Jahr CO2", betonte Wolf.

"Klimaverträgliches Agieren und die transparente Darstellung von Transportleistungen werden betrieblicher Alltag. Auf politischer Ebene sollten wirtschaftsverträgliche Vorgehensweisen und Anreizsysteme im Fokus stehen. Verkehrs-, raum- und fiskalpolitisch intelligent steuern statt neue Belastungen für die Mobilitätsbranche zum Stopfen von Budgetlöchern schaffen - das sollte die Devise sein", so Wolf abschließend. (PM)

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Dr. Erik Wolf
Tel.: Tel.: (++43) 0590 900-3251
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