Matura NEU - Bildungsministerin Schmied: Langfristige Qualitätssicherung für erstklassige öffentliche Schulen

Ministerin Schmied präsentierte Umsetzungsstand der Reifeprüfung NEU

Wien (OTS/SK) - Bildungsministerin Claudia Schmied hat am Montag gemeinsam mit Bifie-Direktor Martin Netzer einen Zwischenbericht über den Umsetzungsstand der Matura NEU präsentiert. Der Bericht wird in diesen Tagen ans Parlament weitergeleitet, wo sich der Bildungsausschuss damit befassen wird. Die Neue Reife- und Diplomprüfung stehe in engem Zusammenhang mit dem Projekt der Bildungsstandards in der 4. und 8. Schulstufe. "Hauptanliegen hinter beiden Projekten ist die langfristige Qualitätssicherung", betonte Schmied, die "erstklassige öffentliche Schulen" in Österreich will. Die Zwischenbilanz des BMUKK und des Bifie (Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung des österreichischen Schulwesens) zu den Schulversuchen zur Reifeprüfung NEU fällt erfolgreich aus: Es beteiligen sich Jahr für Jahr deutlich mehr Schulen und SchülerInnen am Schulversuch; LehrerInnen wie SchülerInnen sind mit der Qualität zufrieden; die Noten entsprechen dem Durchschnitt bisheriger Reifeprüfungen. ****

Die Ziele der Reifeprüfung NEU - genau: der teilstandardisierten, kompetenzorientierten Reife- und Diplomprüfung - seien höchstmögliche Transparenz und Vergleichbarkeit der Prüfungsanforderungen, mehr Fairness in der Beurteilung, die bessere Vorbereitung auf ein Studium sowie die Ermöglichung einerseits schulautonomer Schwerpunktsetzungen, aber auch Standardisierung in den Hauptgegenständen. Das alles ziele auf Kompetenzorientierung statt bloßer Abrufbarkeit kurzfristig angeeigneten Wissens ab. 34 von 40 Staaten des europäischen Bildungsnetzwerks Eurydice hätten bereits zentrale Abschlussprüfungen. Österreich sei mit seinem Kompetenzmodell Vorbild für andere Länder, wie zum Beispiel Kroatien.

Alle Maturantinnen und Maturanten bekommen an einem Tag zur selben Uhrzeit ihre Aufgaben, die alle feldgetestet wurden - vom Verstehen der Aufgaben bis hin zur Angemessenheit des Schwierigkeitsgrads. "Wir werden ein ausgewogenes und ambitioniertes Modell der Matura NEU einführen", sagte die Bildungsministerin. Aufgrund der vielfältigen Beschaffenheit des österreichischen Schulwesens wird ein Drei-Säulen-Modell eingeführt, das aus einer vorwissenschaftlichen Arbeit, aus standardisierten schriftlichen Prüfungen in Deutsch, Mathematik und einer lebenden Fremdsprache sowie einer mündlichen Prüfung mit vom Lehrerteam gestalteten Fragen besteht. "Die Reifeprüfung NEU ist in Verbindung mit den Bildungsstandards ein gewaltiges Vorhaben. Erstmals in der Schulgeschichte wird österreichweit Qualitätssicherung sichergestellt, um erstklassig in die Zukunft zu kommen", unterstrich Bildungsministerin Schmied.

Bifie-Direktor Netzer - das Bifie ist für die Implementierung der Matura NEU zuständig - erläuterte, dass an 382 Schulen unter Beteiligung von mehr als 14.000 Schülerinnen und Schülern Feldtestungen von potentiellen Klausuraufgaben durchgeführt wurden, um die Vergleichbarkeit, Verständlichkeit usw. zu überprüfen - für Netzer "ganz zentral für die Qualität der Aufgabenstellung". Die Auswertung der Schulversuche ergab eine hohe bis sehr hohe Vertrautheit der SchülerInnen mit den Testmethoden sowie ein aus Sicht der LehrerInnen angemessenes Schwierigkeitsniveau der Aufgaben. Im Schuljahr 2012/13 beteiligten sich 88 Prozent der AHS (308 Schulen) und 21 Prozent der BHS (71 Schulen), also insgesamt 55 Prozent der maturaführenden Schulen, am Schulversuch. Die Beteiligung steigerte sich vom Schuljahr 2010/11 bis 2012/13 kontinuierlich in allen Bundesländern, besonders deutlich in Wien. Die Leistung der Kandidaten beim Haupttermin 2013 sei erfreulich: In Deutsch etwa hatte fast jeder 5. ein "Sehr gut", nur 4,4 Prozent ein "Nicht genügend", was in etwa dem Durchschnitt bisheriger Reifprüfungen entspricht.

In Kernbereichen wie Bildung sei ein leistungsstarker öffentlicher Sektor wichtig. "Der Qualitätssicherung ist daher ein hoher Stellenwert einzuräumen", betonte Ministerin Schmied. Auch das Zustandekommen des neuen Dienst- und Besoldungsrechts hänge damit zusammen, denn nur so sei gewährleistet, dass der Bildungsbereich nicht in gute, weil konkurrierende Privatschulen für die, die sie sich leisten können, und öffentliche "Restschulen" auseinanderdriftet. "Ich sage klar 'Ja' zur Marktwirtschaft, aber ebenso klar 'Nein' zur Marktgesellschaft", betonte Ministerin Schmied. Schmied und Netzer sprachen allen beteiligten Lehrerinnen und Lehrern und Experten ihren Dank für ihr Engagement insbesondere bei der Mitarbeit an den Feldtestungen aus.

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bj/mo

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