Küberl wünscht sich "breitere" ORF-Kampagne

Caritas-Präsident und ORF-Gremien-Mitglied gegenüber "Kathpress": Laufende Kampagne "ORF. Wie wir." bildet "nur eine Hälfte der Republik" ab

Wien, 03.06.13 (KAP) Franz Küberl, Caritas-Präsident und als Kirchenvertreter Mitglied im ORF-Publikums- und -Stiftungsrat, hat Kritik an der laufenden Kampagne des ORF durchklingen lassen. Die Kampagne unter dem Titel "ORF. Wie wir." soll die Vielfalt der Kundinnen und Kunden widerspiegeln, die jener des Programmangebots entspreche; veranschaulicht wird dies mit einer Plakatserie, in der bekannte ORF-Stars und auch Medienkonsumenten mit ihren Vornamen zu sehen sind. Leider bildet die Werbekampagne "nur eine Hälfte der Republik" ab, so Küberl am Montag gegenüber "Kathpress". Wünschenswert wäre eine "zweite, breitere Auflage" der Initiative, die die tatsächliche Vielfalt der in Österreich lebenden und die ORF-Angebote nutzenden Menschen wiedergibt.

Er sei froh, dass mit der jetzt angelaufenen Hochwasser-Spendenkampagne der ORF auch "die zweite Seite des Wir" ins Bild rücke, so der Caritas-Präsident.

Zuletzt war mehrfach Kritik darüber laut geworden, dass in der ORF-Kampagne nur attraktive, überwiegend junge Frauen und Männer mit deutschen Vornamen vorkommen. Ein Kommentar in der Sonntagausgabe der "Wiener Zeitung" etwa bemängelt, dass die porträtierten Personen "nicht im Geringsten die soziale Struktur Österreichs widerspiegeln", da sich keine Zugewanderten zeigen, keine Gesichter mit dunkler Hautfarbe, kaum Senioren, keine Kopftuchträgerin oder Personen mit gesundheitlichen Problemen, "nicht einmal Anzeichen von Müdigkeit oder Übergewicht sind zu erkennen".

Das Prinzip, den ORF unter dem Titel "Wie wir." mitten unter der Bevölkerung zu platzieren, hält Franz Küberl für "gescheit". Aber:
Das Spektrum der dargestellten Personen würde eine Erweiterung vertragen, so das langjährige Mitglied in ORF-Gremien. Schließlich gebe es auch ganz andere, die ORF-Fernsehen, -Radio oder -Internet nutzen.

Im "Wiener Zeitung"-Kommentar hieß es zum Thema Vielfalt: "Bei Amir, Memet, Javier hätte der ORF mit der Kampagne Unmengen an Sympathie gewinnen können. Ihnen hätte man endlich vermittelt, dass sie auch dazugehören, sie sichtbar und auch Willkommen sind."

(forts. mgl.) rme/gpu/

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